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Polizistenmord in Augsburg

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In der Nacht zum Freitag wurde ein 41-jähriger Polizist bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle in Augsburg (Bayern) erschossen.

Gegen 3:00 Uhr Nachts befanden sich zwei Polizeibeamte auf Streife im dünnbesiedelten Augsburger Stadtteil Hochzoll, als ihnen ein mit zwei Personen besetztes Motorrad auffiel. Als die Funkstreifenbesatzung die Motorradfahrer kontrollieren wollte, gab der Fahrer Gas und flüchtete. Es gab zu einer kurzen Verfolgungsjagd im Siebentischwald, einem Teil des Augsburger Stadtwalds .

Bei dem Versuch den Motorradfahrer zu stellen, eröffnete mindestens einer der Verdächtigen das Feuer auf beide Polizeibeamten –  ersten Angaben zufolge mit einer Handfeuerwaffe. Die Polizisten feuerten nach Angaben eines Polizeisprechers ebenfalls.

Der 41-jährige Polizist erlitt schwere Schussverletzungen. Seine 30-jährige Kollegin wurde durch einen Sturz leicht verletzt und alarmierte nach den Schüssen sofort den Notarzt. Allerdings waren die Schussverletzungen des Mannes so schwer, dass der Polizist noch am Unfallort verstarb.

Bei dem Opfer handelt es sich um den Vater eines 13 sowie eines 17 Jahre alten Jungen. Die Polizeibeamtin erlitt einen schweren Schock und ist noch nicht vernehmungsfähig.

Beide Täter sind zu Fuß auf der Flucht – sie ließen das Motorrad am Tatort zurück. Ob es sich um eine gestohlene Maschine handelt, ist bislang noch nicht bekannt. Aus ermittlungstaktischen Gründen mache man keine Angaben. Von den Tätern gibt es keine Täterbeschreibung, es heißt lediglich, dass sie dunkel gekleidet sind.

Der Tatort ist weiträumig abgesperrt und wird untersucht. Ein Großaufgebot der Polizei ist momentan vor Ort und durchkämmt den Siebentischwald und die angrenzende Umgebung. Ein Suchhubschrauber der Polizei konnte zunächst nicht eingesetzt werden, da im Gebiet Augsburg Nebel herrschte, der sich jedoch lichtet so dass nun neben Hunden mittlerweile auch ein Helikopter zum Einsatz kommt. Die Beamten vor Ort tragen schusssichere Westen und sind teils schwer bewaffnet. Auch Scharfschützen haben sich positioniert.

Der nördliche Stadtwald und das Gebiet rund um das Stauwehr Hochablass ist weiträumig gesperrt. Die Anwohner sind aufgerufen, das Gebiet zu meiden, da sich die Täter noch auf der Flucht befinden, bewaffnet sind und somit als gefährlich gelten.

Die Polizei sucht zudem Zeugen, die Angaben zum Tathergang machen können, oder im genannten Bereich verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Zeugen werden gebeten sich über den Notruf 110, oder in der nächsten Polizeidienststelle zu melden.

Auch zu Waffen und Verbleib der  Täter gibt es neue Informationen. Es soll sich um großkalibrige Waffen handeln, zudem ist es möglich, dass die Verdächtigen mittlerweile auch Wohngebiet erreicht haben. Die Polizei warnt daher nochmals Bürger davor, den „Helden“ zu spielen.

Pressekonferenz von Polizei und Staatsanwaltschaft:

Neueren Informationen aus einer Pressekonferenz zufolge soll der getötete Polizeibeamte  eine schusssichere Weste getragen haben, so die Angaben eines Polizeisprechers. Er sei von mehreren Schüssen getroffen worden.
Die Täter seien vermutlich der kriminellen Szene zuzuordnen vor dem Schusswechsel hätten sich diese auffällig verhalten. Dennoch sei die Kontrolle am Parkplatz beim Kuhsee reine Routine gewesen.

Nachdem sich die beiden Personen versucht hatten, sich auf einem Motorrad der Marke Honda vom Typ CB 500 der Kontrolle zu entziehen, hätten die Beamten die Verfolgung aufgenommen. Die Unbekannten stürzten auf der Flucht. Nach dem Ruf „Halt. Polizei, stehenbleiben“ eröffnete mindestens einer der Täter ohne weitere Vorwarnung das Feuer.

Die Beamtin erwiderte das Feuer, offenbar jedoch ohne einen der Täter zu verletzen. Die Polizistin habe einen Streifschuss am Hüftbereich erlitten, sei sonst jedoch nur leicht verletzt. Bei dem Kennzeichen des Motorrads „A-L 307“ handelt es sich um eine „Kennzeichen-Doublette“, also eine Fälschung. Der rechtmäßige Besitzer stehe in keinem Zusammenhang mit der Tat.

Mittlerweile sind mehrere hundert Polizeibeamte inkl. Spürhunden im Einsatz. Spezialeinheiten aus Augsburg, sowie anderen Teilen Bayerns sind ebenfalls aktiv. Die Suche werde jedoch noch mehrere Stunden andauern. Man habe auch Objekte gefunden die tatrelevant sind und DNA-Spuren enthalten.

Die Ehefrau des Getöteten wurde 90 Minuten nach der Tat informiert. Die Angehörigen werden psychologisch betreut.

Man geht davon aus, dass die Täter bei der Vorbereitung oder Durchführung einer Straftat von den Beamten entdeckt worden waren, die Staatsanwaltschaft spricht von einem „Verdeckungsmord“ zur Vertuschung einer Straftat. Da der Täter keine Warnung ausgesprochen habe und der Polizist arglos war, sprach man zudem von Heimtücke. Aufgrund der Schüsse auf die Kollegin des Getöteten ermittle man außerdem auch wegen versuchten Mordes.

Die Tatwaffe sei in der Tat großkallibrig gewesen. Die Schussdistanz habe weniger als zehn Meter betragen.

Eine Verbindung mit dem Motorradclub des „Hells Angels“ wird  nicht hergestellt. Die Staatsanwaltschaft vermutet vielmehr, die Beamten seien in einen Drogendeal geplatzt.  Die gesamten Tatumstände – konspiratives Verhalten an einem abgelegenen Ort, zu ungewöhnlicher Uhrzeit, die Verwendung gefälschter Kennzeichen, sowie schwere Bewaffnung und der rücksichtslose Schusswaffengebrauch sprechen für die Durchführung einer Straftat, so der Staatsanwalt.

Das vermutliche Fluchtszenario, von der Ost- zur Westseite des Waldes muss äußerst dramatisch verlaufen sein. Man geht davon aus, dass die Täter über gute Ortskenntnisse verfügt haben müssen. Auch hätten sich die Täter bereits vor der Tat in der Stadt aufgehalten.

Um 14:38 Uhr endete die Pressekonferenz. Die Polizei bittet weiter um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung.

21:45 Uhr: Noch immer sind die Täter nicht gefaßt. Die Großfahndung läuft weiter.

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