Start Panorama Potsdam und NRW: Polizei geht erneut gegen Hells Angels vor

Potsdam und NRW: Polizei geht erneut gegen Hells Angels vor

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Hells Angels (Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels: Jahrestreffen in Berlin (Symbolbild, Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels (Foto: Lee Brimelow cc-by)
Hells Angels: Weiterhin hartes Vorgehen der Polizei (Symbolbild, Foto: Lee Brimelow cc-by)

Seitdem ein früheres Mitglied als Zeuge bei Polizei und Staatsanwaltschaft aussagt, reisst die Zahl der Polizeiaktionen gegen den Motorradclub der Hells Angels nicht ab.

Am gestrigen Dienstagabend durchsuchten Spezialeinsatzkräfte sowohl Privatwohnungen, als auch Geschäftsräume und Clubräume der Hells Angels. Im Fokus der Ermittler standen bei der Durchsuchung vor allem unterschiedliche Datenträger und Kommunikationsmittel, wie etwa Mobiltelefone, USB-Sticks und Computer.

Erneut erstreckten sich die Zugriffe der Polizei auf verschiedene Gebiete im Bundesgebiet. Rund 500 Polizeibeamte durchsuchten Wohnungen in Düsseldorf, Köln, Solingen und Krefeld. In Willich am Niederrhein stand ein Swinger-Club – in Krefeld ein Clubhaus der Hells Angels im Visier der Ermittler.

Einsatzkräften der Berliner Polizei durchsuchten bereits zum zweiten Mal ein Clubhaus in Potsdam. Bei zehn, im Clubhaus anwesenden Männern wurden Personalien aufgenommen. Nicht ungewöhnlich im Zusammenhang mit Kontrollen bei der Gruppierung ist die Sicherstellung von Waffen. In einem Wagen, der kurz vor der Razzia gestoppt wurde,  fanden die Ermittler Pfefferspray, eine Machete und vier Einhandmesser.

Die Strafverfolgungsbehörden bringen die Hells Angels, als mitgliederstärksten und einflussreichsten der so genannten Motorradclubs, immer wieder in Verbindung mit verschiedenen Straftaten. Neben einzelnen Mitgliedern steht der Club selbst immer wieder unter Verdacht in Drogen- und Waffengeschäfte, Zuhälterei und Prostitution, organisierte Kriminalität und Menschenhandel involviert zu sein.

Daher wurden in den letzten Wochen und Monaten vermehrt diverse örtliche Ableger (Charter) der Hells Angels, oder Unterstützerorganisationen in einigen Bundesländern verboten.

Bundesinnenminister Friedrich (CSU) will ein generelles Verbot des Rocker-Clubs prüfen. Für dieses Verbot muss die Voraussetzung einer geschlossenen bundesweiten Organisationsstruktur mit entsprechenden Hierarchien gegeben sein. Laut Aussagen der Hells Angels existiert eine derartige Struktur im Bundesgebiet jedoch nicht.

Obwohl Polizei und Staatsanwaltschaft massiv gegen die Hells Angels vorgehen, gestalten sich die Ermittlungen aus diversen Gründen, darunter auch der Zusammenhalt der Mitglieder, als sehr schwierig. Auch die jüngsten Berichte über mögliche Informanten in den Reihen der Polizei erleichtern die Arbeit der Behörden nicht.

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