Start Panorama Prozessauftakt in Berlin: Ehemaliger Bandido vor Gericht

Prozessauftakt in Berlin: Ehemaliger Bandido vor Gericht

752
0
TEILEN
Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Wegen des Vorwurfs des versuchten Totschlags steht am Freitag ein Führungsmitglieder eines international agierenden Motorradclubs vor dem Berliner Landgericht. Er gilt als einer der gefährlichsten Rocker in Deutschland.

Dem 27-jährigen Angeklagten Kadir P. wird vorgeworfen als Mitglied der „Bandidos MC“ im August 2007 auf einen Türsteher der Discothek „2 Be Club“ in Berlin-Mitte eingestochen zu haben. Der Stich verfehlte nur knapp den Hals. Einige Stunden später soll der Angeklagte, Robert F. einem „Hells Angel“, drei Mal in den Oberschenkel gestochen und ihm die Kutte als Trophäe entrissen haben.

Bisher schweigt der 27-Jährige zu den Vorwürfen. Kadir P. erschien am Freitagmorgen ohne Unterstützung seiner Gefolgsleute und zivil gekleidet vor der Strafkammer. Von den vier vom Gericht geladenen Zeugen erschien niemand.

Der Mann ist nicht nur aus strafrechtlicher Sicht kein Unbekannter –  war es doch im Februard 2010 zu einem Aufruhr in der Rockerszene  gekommen, als der damalige „Bandido“ mit rund 80 Gefolgsleuten zu den mit ihnen verfeindeten „Hells Angels“ überlief. Kadir P. ist bei der Polizei kein Unbekannter. Er sei gut im Geschäft, im Rotlichmilieu und in der Gastronomie, heißt es – und ein „beeindruckender Taktiker“, aber vollkommen unberechenbar.

Bundesweit kam es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den „Bandidos“ und den „Hells Angels“. Neben Sachschäden gab es auch mehrere Verletzte und  Todesfälle.

Die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Motorradclubs scheinen auch mitnichten beigelegt. Zuletzt wurde in der Nacht zu Freitag mehrere Male auf das Vereinslokal der „Bandidos“ in der Quickborner Straße, im Stadtteil Reinickendorf, geschossen, in dem sich zu diesem Zeitpunkt zwei Personen befunden haben sollen. Unerkannt konnten die Täter fliehen. Ein Zeuge konnte lediglich ungenaue Angaben machen und sagte aus, dass die Flüchtigen „dunkel gekleidet“ gewesen seien. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here