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Reaktionen auf Ankündigung der US-Notenbank

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Nachdem der US-Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch bekannt gemacht hatte, dass die Fed bis Mitte nächsten Jahres weitere Staatsanleihen im Wert von 600 Mrd. Dollar aufkaufen werde, folgten die Reaktionen darauf prompt. Nun drohen Japan und China mit Gegenmaßnahmen. Auch der deutsche Wirtschaftsminister Brüderle kritisiert das Vorgehen der Amerikaner.

Die US-Wirtschaft kriselt so sehr wie schon lange nicht mehr. Gleich nach der Wahlpleite des regierenden US-Präsidenten Barack Obama verkündete die amerikanische Notenbank, den erneuten Versuch, die heimische Konjunktur mit künstlichen Geldern zu stimulieren. Die Gefahr einer Inflation sei nach Meinung Bernakes überbewertet, dieses Risiko sehe er nicht.

Die übrigen Wirtschaftsnationen befürchten aufgrund des künstlichen Geldsegens in den USA jedoch eine neue Runde im globalen Währungskrieg. Der Berater der chinesischen Notenbank, Xia Bin äußerte sich am Donnerstag dazu, dass die Volksrepublik einen „währungspolitischen Schutzwall“ errichten müsse, um sich gegen externe Maßnahmen wie diesen abzusichern.

Auch in Japan wird die Aktion der US-Fed sehr kritisch gesehen. Tokio fordert eine verstärkte Debatte zur Abstimmung der Währungspolitik der führenden Wirtschaftsnationen. Denn aufgrund der angekündigten Aufkäufe der US-Staatsanleihen verlor der Dollar im Vergleich zu den anderen Währungen an Wert; der Yen wird jedoch stark im Kurs anziehen.

Dies wird sich auf die chinesische Außenwirtschaft ausüben, die sehr stark vom Export abhängig ist. Denn je teurer der Yen, desto weniger Exportprodukte wird Japan loswerden können. Der günstige Dollar wird die amerikanischen Produkte auf dem Weltmarkt jedoch sehr attraktiv machen.

Einen solchen Wettbewerbsnachteil will Japan nicht hinnehmen. Es wird daher spekuliert, dass nun auch die japanische Notenbank aus Sorge um einen steigenden Yenkurs notfalls ihrerseits Geld künstlich auf den Markt fließen lassen will. Auch kann es dazu kommen, dass Handelsbeschränkungen für den internationalen Wirtschaftsverkehr eingeführt werden.

Die Folge könnte als ein weltweites Wettrüsten der Währungen sein. Dadurch würde der Welthandel gelähmt und der Aufschwung ausgebremst. Die Versprechen, die die G20-Staaten auf dem Wirtschaftsgipfel Ende Oktober abgaben, scheinen bereits jetzt in Vergessenheit geraten zu sein.

Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die aggressive Geldpolitik der USA kritisiert. Seiner Meinung nach wäre es existenziell wichtiger, eine funktionierende und wettbewerbsfähige Wirtschaft zu haben, als den Markt mit Gelddruckerei beleben zu wollen. Deutschland würde hier mit einer soliden industriellen Basis im Vergleich zu den USA und China eine Vorbildsfunktion einnehmen.

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