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Reform des Internationalen Währungsfonds

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Am Wochenende fand das Treffen der G20-Finanzminister einen überraschenden Abschluss: China gewinnt im Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr Einfluss, die europäischen Industrienationen müssen Einfluss abgeben. Die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 weltweit führenden Industrie- und Schwellenländer einigten sich am Samstag bei ihrem Treffen im südkoreanischen Gyeongju darauf, den aufstrebenden Schwellenländern wie vor allem China eine größere Rolle im IWF zuzugestehen.

Dieser Beschluss wird als größte Reform des Währungsfonds, als historisches Ereignis gedeutet. Die auf dem Treffen beschlossene neue Stimmverteilung muss nun noch vom IWF-Direktoriumsrat bestätigt werden. Demnach werden die Europäer auf zwei Sitze im IWF-Direktorium verzichten wollen. Dazu hatten sie sich bereits Anfang Oktober bereiterklärt.

Die Machtstrukturen und Kräfteverhältnisse auf dem Weltmarkt haben sich geändert. Diesen neuen Bedingungen muss sich auch der Internationale Währungsfonds anpassen. Daher ist das Ergebnis des Gipfels wie folgt zusammenzufassen: Grundsätzlich müssen nach der neuen Einigungsformel Länder, die gemessen an ihren aktuellen Anteilen an der Weltwirtschaft überrepräsentiert im Fonds sind – dazu gehört auch Deutschland mit derzeit 6,1 Prozent – Macht abgeben, während unterrepräsentierte Länder, wie China mit aktuell vier Prozent – aufgewertet werden.

Aufstrebende Schwellenländer wie China erhalten auf Kosten der zuletzt überrepräsentierten „alten“ Industriestaaten – allen voran Europa – gut sechs Prozent mehr Stimmanteile und mehr Repräsentanz in dem Führungsgremium des Fonds. Zwar müssen die Europäer sich künftig statt mit derzeit neun nur noch mit sieben Sitzen zufrieden geben. Deutschland wird dabei aber seinen Sitz ebenso behalten, wie Großbritannien und Frankreich. 

Die zehn größten Anteilseigner mit den entsprechenden Stimmgewichten im Fonds sind künftig die USA, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Russland, Indien und Brasilien. China löst Deutschland als Nummer drei unter den IWF-Anteilseignern ab.

Der IWF ist mit der Finanzkrise stärker denn je geworden, hat er doch sine Bedeutung als Welt-Stabilitätsrat enorm gesteigert. Er fungiert mittlerweile als zentrale Institution zur Steuerung von Krisenrettungs- und Reformmaßnahmen. Hier treffen die Kompetenzen zur Überwachung der Finanzstabilität in der Welt zusammen. Zudem ist es der IFW, der den vor dem finanziellen Bankrott stehenden Staaten – wie etwa jüngst Griechenland – aus der Krise hilft.

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