Rheumatoide Arthritis: Neue Forschungsergebnisse könnten Behandlungskonzept völlig ändern

Rheumatoide Arthritis: Neue Forschungsergebnisse könnten Behandlungskonzept völlig ändern

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Artikelbild - Rheumatoide Arthritis (Foto: pd)
Artikelbild - Rheumatoide Arthritis (Foto: pd)

Millionen weltweit betroffene Menschen kennen das Gefühl: Ziehende, reißende, stechende – oft unerträgliche Schmerzen. Unter dem Oberbegriff Rheuma, gibt es über 100 vielfältige Erkrankungsformen.

Rheumatoide Arthritis lautet die Bezeichnung für ein Leiden, das zur Degeneration an Gelenken führt, dem Betroffenen starke Schmerzen verursacht – und den Medizinern immer noch Rätsel aufgibt.

Arthritis – eine nicht behandelbare Krankheit?

Eine wirkliche Behandlung gegen rheumatoide Arthritis existiert nicht. Die Patienten erhalten im Wesentlichen eine Medikation mit Schmerzmitteln, entzündungshemmenden Medikamenten, sowie einige Ernährungsempfehlungen. Methoden der Komplementärmedizin gibt es einige – sie reichen von Tees, bis hin zu komplexen Anpassungen des Lebensstils.

Eine gezieltere Therapie ist bislang nicht möglich.

Doch nun hat eine Gruppe von Wissenschaftler eine Entdeckung gemacht, die langfristig nicht nur eine effektive Therapie ermöglichen könnte, sondern auch eine der bisherigen medizinischen Hypothesen über den Verlauf der rheumatoiden Arthritis widerlegt.

Die Experten, unter ihnen Mitarbeiter mehrerer japanischer Universitäten, entdeckten die zellulären Hintergründe der Autoimmunerkrankung, bei der Lymphozyten (gehören zu den weißen Blutkörperchen) eigentlich gesunde Zellen angreifen und so zum Entzündungsvorgang und den weiteren Symptomen der rheumatoiden Arthritis führen.

Bisherige Konzepte offenbar falsch

Röntgenbild bei einer rheumatoiden Arthritis (Foto: pD)
Röntgenbild bei einer rheumatoiden Arthritis (Foto: pD)

Bislang gingen Mediziner davon aus, dieses Verhalten sei auf ungewöhnlich veränderte Lymphozyten zurückzuführen. Doch durch genaue Untersuchungen der Patienten bis auf die Zellularebene, entdeckten die Wissenschaftler nun ungewöhnliche Zusammenhänge.

Ergebnisse der Studie

Den Ergebnissen zufolge sind die Angriffe der Lymphozyten die Folge von denaturierten Proteinen (Eiweißen), die an die Oberfläche von Zellen transportiert werden, jedoch nicht, wie in einem gesunden Organismus zu Peptiden zersetzt werden. Diese denaturierten Eiweiße an der Außenseite der Zellen werden dann zum Ziel der Immunabwehr. In der Folge wird die gesamte Zelle von den Lymphozyten attackiert – der Entzündungsvorgang setzt ein.

Folgen der Studie

Diese Korrektur der bisherigen Ansichten, hat eine mehrfache Auswirkung auf den künftigen Umgang von Medizinern mit Arthritispatienten. Zum Einen scheint die Entwicklung eines Medikaments möglich, das die denaturierten Eiweiße auflöst und damit den Grund für die überschießenden Immunabwehr beseitigt.

Zum anderen können Tests auf das Vorhandensein dieser Art von Eiweißen bereits im frühen Stadium eine Diagnose der Krankheit ermöglichen, so dass eine frühzeitige Behandlung möglich ist, bevor es zu schwerwiegenden Schäden und Deformierungen kommt.

Die Entdeckung wurde unter dem Titel „Autoantibodies to IgG/HLA class II complexes are associated with rheumatoid arthritis susceptibility“ als kostenpflichtiger Artikel der Proceedings of the „National Academy of Sciences of the United States of America“ online verfügbar gemacht.

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