Start Wirtschaft Rossmann: Kritik an Politik der Preissenkungen


Rossmann: Kritik an Politik der Preissenkungen


1069
0
TEILEN

Der Drogeriekette Rossmann wird von der Verbraucherzentrale in Hamburg vorgeworfen, mit vorgetäuschten Preissenkungen um Kunden zu werben. Demnach sei die Praxis Rossmanns, auf den aktuellen Preisschildern in den Werbekatalogen einen vermeintlich alten Preis, der deutlich höher ist als der jetzige, anzugeben und diesen dann durchzustreichen. Doch bei dem höheren Altpreis handle es sich um die relativ hohe Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers, nicht um den eigentlichen Preis, den der Artikel zuvor bei Rossmann im Regal hatte.

Das Ergebnis der Untersuchung der Hamburger Verbraucherschutzzentrale gab an, dass nur bei knapp zehn Prozent der über 100 überprüften und mit besonders hohen Preisnachlässen beworbenen Rossmann Produkten die Unverbindliche Preisempfehlung mit den tatsächlichen vorherigen Ladenpreisen übereinstimmte.

Der Rossmann Konzern sieht an diesem Vorgehen nichts Verwerfliches und verteidigt die Strategie, ohne sie als Trickserei oder Täuschung bezeichnen zu wollen. Ganz im Gegenteil. Als „sinnvoll und richtig“ wird das fröhliche Preisfälschen aus Unternehmenssicht eingestuft. Denn so könne der Verbraucher genau erkennen, welche Ersparnisse er hat.

Dass es bei einigen der von den Verbraucherschützern vorgenommenen Stichproben zu extrem drastischen Unterschieden bei der eigentlichen Sparquote kam, wird dieser Aussage nicht ganz gerecht. In 20 Fällen – so ergab es die Untersuchung – wurde dem Kunden insgesamt eine Ersparnis von 86,83 Euro suggeriert, doch die tatsächliche Einsparung lag lediglich bei 22,37 Euro.

Von der Verbraucherzentrale Hamburg wurde Rossmann am Mittwoch deshalb ganz klar dazu aufgefordert, „die unseriöse Preiswerbung einzustellen“. Die Unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller seien „Fantasiepreise, die mit der Wirklichkeit im Handel nichts zu tun haben“. Da sie von den Einzelhändlern oder den Herstellern nicht öffentlich kommuniziert würden, hätten die Konsumenten auch keine Chance, die reellen Preisunterschiede nachzuvollziehen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here