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Schäuble warnt vor zu viel Wachstum


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Die deutsche Wirtschaft ist wieder auf dem Erfolgskurs, die Experten sehen die derzeitige Konjunktur als klare Erholung von der Krise und blicken optimistisch in die Zukunft. Grund dafür sollten sie auch haben, denn im vergangenen Jahr lag das hiesige Wirtschaftswachstum bei 3,6 Prozent, was den höchsten Wert seit der deutschen Wiedervereinigung darstellte.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet auf Basis dessen für 2011 mit einem Wachstum von drei Prozent. Mit dieser Zahl hat der DIHK seine Prognose für 2011 angehoben, denn noch im Oktober war er von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von nur 2,4 Prozent ausgegangen. Die Bundesregierung hält es für möglich, in diesem Jahr einen Zuwachs von 2,3 Prozent zu erzielen.

Der DIHK geht davon aus, dass sich 2011 auch die Arbeitsmarktlage weiterhin stabilisieren werde und rechnet mit einer Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen. Die positive Konjunkturentwicklung sei nach Auffassung des DIHK vor allem Resultat der gestiegenen Binnennachfrage. Für 2011 rechnen die Experten mit einem Anstieg der privaten Konsumausgaben in Höhe von 2,4 Prozent.

Was den deutschen Export anbelangt, so sind nach Meinung der Experten die Aussichten auch hier gut. Die deutschen Unternehmen wollen dieses Jahr erstmals Waren im Wert von mehr als einer Billion Euro exportieren. 2010 wuchsen die deutschen Exporte wegen der starken Nachfrage aus boomenden Schwellenländern wie China um 18,5 Prozent auf 952 Milliarden Euro. Das war das stärkste Wachstum seit 1974. Für das laufende Jahr geht der Branchenverband BGA von einem Exportwachstum von sieben Prozent aus.

Trotz all der optimistischen Zahlen: Finanzminister Schäuble warnt jedoch vor einer zu überschwänglichen Euphorie. Dies geht aus einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ hervor. Seiner Meinung nach wäre es für Deutschland weder gut noch überhaupt machbar, nachhaltig ein Wirtschaftswachstum von mehr als anderthalb bis zwei Prozent zu erzielen. Das sei einfach nicht realistisch, so der Minister.

Auch in Sachen Europapolitik sprach sich Schäuble der Bundesregierung gegenüber kritisch aus. Er warnte davor, dass eine Gemeinschaft wie die EU nicht harmonisch funktionieren können, wenn den anderen EU-Ländern zu viele deutsche Vorstellungen aufgezwungen werden würden.

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