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Schneechaos in Jerusalem

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Artikelbild: Winter in Jerusalem (Foto: pd)
Schneechaos in Jerusalem: Nicht jeder kann der Situation so viel Romantik abgewinnen, wie der Schöpfer dieser Karte (Foto:pd)

Wer sich weiße Weihnachten wünscht, denkt dabei meist an den eigenen Wohnort – und nicht unbedingt an Israel. Tatsächlich hat der Winter das Land nicht nur erreicht, sondern in einem ausgesprochen festen Griff – wie man insbesondere an Jerusalem sieht.

Im Norden Israels hatte es schon in der Nacht zum Donnerstag zu schneien begonnen. Mit Böen bis zu 100 Stundenkilometern fegte der Wintersturm über Israel. Das Thermometer zeigte oberhalb von 700 Metern eine Temperatur von minus vier Grad an. Große Teile Galiläas, die Golanhöhen, mit 60 Zentimetern Schnee und selbst Bethlehem, liegen unter einer Schneedecke.

Probleme bei Verkehr und Infrastruktur

Kindergärten und Schulen blieben geschlossen.  1500 Autofahrer, die zum größten Teil mit Sommerreifen fahren, blieben gerade auf Gefäll- und Steigungsstrecken liegen. Fahrzeuginsassen mussten von der Israelischen Armee und der Polizei aus der misslichen Lage befreit werden. Frierende Autofahrer wurden in Notunterkünften versorgt.

Auch der Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv hatte den Betrieb zeitweise einstellen müssen. Flüge wurden nach Zypern umgeleitet.

In Jerusalem kam es zu mehrere Stunden andauernden Stromausfällen, nachdem Bäume, die die schwere Schneelast nicht mehr tragen konnten und auf Oberleitungen stürzten. Für tausende Menschen bedeutete dies nun zu frieren, da vielfach nicht mehr geheizt werden konnte. Reparaturteams taten sich auf den verschneiten Straßen schwer, die Standorte der beschädigten Leitungen zu erreichen.

Das Verteidigungsministerium und die Streitkräfte mobilisierten schweres Gerät, um wichtige Zugangsstraßen nach Jerusalem räumen zu können. Auch Busse und LKW mit Stromgeneratoren wurden nach Jerusalem geschickt um evakuierten Bürgern in Notunterkünften zu helfen.

Lage in Jerusalem

Alleine die Polizei in Jerusalem registrierte bis zum heutigen Freitag rund 25.000 Notrufe, die mit dem Wetter in Verbindung standen. Zufahrtsstraßen nach Jerusalem sind zur Zeit nicht mehr passierbar. Die Stadt liegt seit Freitag früh unter einer halben Meter hohen Schneedecke. Die Autobahn zwischen Jerusalem und Tel Aviv ist komplett gesperrt.

Obwohl die Arbeit am Schabbat ruhen sollte, wird für den morgigen Samstag eine Ausnahme gemacht. Der Rettungsdienst wird weiterhin seinen Dienst verrichten und die Bürger Jerusalems werden dazu angehalten ihre Türen für diejenigen zu offen zu halten, die wegen des Schnees nicht nach Hause können.

Nach ersten Schätzungen richtete der Wintersturm einen Schaden von über 10 Millionen Euro (rund 50 Millionen Schekel) an.

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