Start Aktuelles Schuldneratlas 2010

Schuldneratlas 2010

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Die Creditreform gibt alljährlich Anfang November einen Schuldneratlas heraus, indem die Überschuldung von Privatpersonen in Gesamtdeutschland analysiert wird. Hierbei werden sogenannte Negativmerkmale untersucht und zusammengeführt. Die Creditreform nimmt dabei Daten wie Privatinsolvenzen, Abgabe der eidesstattliche Versicherungen, sowie unstrittige Inkassofälle der eigenen Organisation als auch negative Zahlungserfahrungen von Tochterfirmen zusammen.

Was genau sagt jetzt der SchuldnerAtlas 2010?

Zum 01.Oktober 2010 waren 6,49 Millionen Deutsche über 18 Jahren überschuldet. Dies ist ein Anstieg von 300.000 Personen zum Vorjahr. Die Schuldnerquote beträgt damit nun 9,50 Prozent, angenommen wurde auf Grund des historischen Wirtschaftseinbruches jedoch eine weitaus höhere Zahl. Dadurch, dass Einkommen durch Kurzarbeitergeld gesichert wurden, ist der Einbruch nicht ganz so stark wie vermutet.Auf der anderen Seite steht der Anstieg der finanziellen Belastungen der Verbraucher für Gesundheit, Altersvorsorge, Miete und Mietenebenkosten.

Die Überschuldungszunahme betrifft alle Bundesländer, überdurchschnittlich stark fiel der Anstieg in Sachsen-Anhalt, im Saarland und in Berlin aus, die Bundesländer Bayern, Baden-Würtemberg und Sachsen erzielten die niedrigeste Schuldnerquote.

Generell sind die wichtigsten Auslöser für Überschuldung – Arbeitslosigkeit und Einkommensarmut trotz sozialer Transferleistungen – in Städten eher zu finden als auf dem Land. Führend sind hier Bremerhaven und Wuppertal.

Analysiert wurde die Verschuldungsproblematik auch in Hinsicht auf die Geschlechtsverteilung und das Alter. Hierbei offenbart sich, dass der Anteil der überschuldeten Frauen zunimmt, der Anteil der betroffenen Männer nahezu stagniert, wobei die Männer jedoch immernoch den Großteil mit 61,3 Prozent der überschuldeten Privatpersonen halten. In eine gefährliche Richtung entwickelt sich auch der Personenkreis der jungen Erwachsenen in Hinblick auf Zahlungsschwierigkeiten. Von den 20 bis 29-jährigen Einwohnern Deutschlands gelten mittlerweile 10,75 Prozent als überschuldet. Vor sechs Jahren lag die Quote in diesem Alterssegment noch bei unterdurchschnittlichen 7,55 Prozent.

Die durchschnittliche Schuldensumme beläuft sich auf knapp 37.000 Euro, wobei zwischen den Altersgruppen große Unterschiede bestehen. Die aktuelle Verschuldungszunahme verteilt sich in alle Altersgruppen bis auf die über 60-Jährigen.
Mehr als die Hälfte der aufgeführten Personen weisen gerichtliche Überschuldungsmerkmale wie eine eidesstattliche Versicherung oder eine Privatinsolvenz auf.

Im internationalen Vergleich mit Großbritannien (GB) und den USA steht Deutschland besser da. Hier liegen die Schuldnerquoten bei 13,8 (GB) und 17,4 Prozent (USA). Diese Länder sind weitaus stärker von der Finanzkrise, dem Rezessionsverlauf und daraus folgender Arbeitslosigkeitszunahme betroffen. Ausserdem finanzieren die Deutschen ihren Konsum weniger über Kredite, als dies in den USA und Großbritannien getan wird.

Für die Zukunft ist jedoch keine Besserung der Lage in Sicht. „Die von der Bundesregierung geplanten Sparmaßnahmen sowie weitere Faktoren – wie zunehmende Wohnkosten und der Anstieg prekär Beschäftigter – drohen Auslöser für eine neuerliche Überschuldungsentwicklung zu sein.“ , schreiben die Analysten.

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