Start Aktuelles Japan aktuell: Schweres Küstenerdbeben trifft die Präfekturen Fukushima und Miyagi

Japan aktuell: Schweres Küstenerdbeben trifft die Präfekturen Fukushima und Miyagi

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Mit einer Stärke von 6, 8 auf der Richterskala wurde Japan von einem besonders heftigen Erdbeben seit längerer Zeit getroffen. Das Beben ereignete sich um 14:35 Uhr Ortszeit (07:35 Uhr MESZ), vor der Nordostküste Japans und damit vor den Präfekturen Fukushima und Miyagi.

Dort befinden sich auch zwei Kraftwerke – das bereits im März durch Erdbeben und Tsunami schwer getroffene AKW Fukushima Daiichi sowie das zweite Kraftwerk Fukushima Daini. Auch die Präfektur Miyagi war betroffen, hier steht das AKW Onagawa.

Tsunami-Warnung ausgesprochen:  Unmittelbar nach dem Beben war eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden, die jedoch eine halbe Stunde später wieder aufgehoben wurde.

Status der Atomkraftwerke: Trotz der räumlichen Nähe zum Epizentrum, das sich nach Angaben der japanischen Wetterbehörde in 20km Tiefe vor der Küste befand, meldeten die Betreiber der drei Atomkraftwerke – TEPCO und Tohoku Electrics – keine baulichen Schäden oder Betriebsprobleme nach dem Erdbeben.

Auswirkungen des Erdbebens: Auch in anderen Gebieten waren die Erschütterungen teils deutlich zu spüren gewesen, in Japans Hauptstadt Tokyo schwankten ersten Augenzeugen  große Gebäude eher leicht. Standardmäßig griffen die Notabschaltungen bei Schnellzügen, auch Autobahnen wurden aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Tote und Verletzte: Aus der Stadt Sendai in der Präfektur Miyagi wird von örtlichen Medien eine leicht verletzte Person gemeldet.

Sonstiges zum Beben: Das Erdbeben wird von japanischen Experten als Nachbeben des großen Tohoku-Erdbebens im März 2011 angesehen, besonders da sich das Epizentrum in räumlicher Nähe zum ersten befand. Man müsse nun auch in nächster Zeit mir weiteren Erschütterungen rechnen.

Reis aus Präfektur Ibaraki leicht radioaktiv belastet: In Reis aus der Stadt Hokota (Präf. Ibaraki), nördlich von Tokyo konnten geringe Mengen an radioaktivem Cäsium festgestellt werden. Die getesteten Proben stammen aus drei unterschiedlichen Gebieten der Stadt. Das meldet die NHK sowie die Nachrichtenagentur Kyodo.

So wurden etwa in einer der Proben 23 Becquerel von radioaktivem Cäsium 134 und 29 Becquerel von Cäsium 137 nachgewiesen, damit besteht eine Gesamtbelastung von 52 Bq pro Kilogramm Reis.

In allen Fällen, sowohl beim Fund während der ersten Vorabtests an den rohen Reispflanzen in den Städten Tsukuba und Joso, als auch in weiteren Tests, wurde der zulässige Höchstwert von 500 Bq/kg Reis deutlich unterschritten, dennoch haben die örtlichen Reisbauern Sorge, dass sich der Reis nun möglicherweise  schlechter verkaufen lassen werde.

TEPCO benötigt mehr als 4000 Strahlenexperten: Um die Strahlenbelastungen messen und die radioaktive Belastung der Arbeiter besser handhaben zu können, wollen der Betreiber TEPCO, sowie die Regierung insgesamt 4000 Experten in den notwendigen Fähigkeiten ausbilden. Das meldet die Asahi Shimbun.

Rund die Hälfte der Kinder Nahe Fukushima haben Radioaktivität aufgenommen:
45 Prozent der Kinder und Neugeborenen, die in der Nähe des AKW Fukushima Daiichi leben, haben Radioaktivität aufgenommen, wenn auch in sehr kleinen Mengen. Getestet wurden insgesamt 1150 Kinder aus der Stadt Iwaki und den orten Kawamaki und Iitate innerhalb des Zeitraumes zwischen dem 24. und 30. März. In 55 Prozent der Fälle wurde keine interne Strahlenbelastung gemessen.

Die gemessenen Belastungen betragen 0,01 bis 0,02 Mikrosievert pro Stunde, der höchste gemessene Wert betrug 0,10 Mikrosievert, allerdings gehe auch von diesem Wert keine gesundheitliche Gefahr aus.

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