Start Panorama Sicherheitsbehörden in Berlin prüfen Verbot von „Hells Angels“

Sicherheitsbehörden in Berlin prüfen Verbot von „Hells Angels“

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Hells Angels: In Australien genau so vertreten wie in Deutschland (Foto: Roy Lister, cc-by)
Hells Angels: In Australien genau so vertreten wie in Deutschland (Foto: Roy Lister, cc-by)

Als am Donnerstagabend Schüsse auf ein Bekleidungsgeschäft und ein Tattoo-Studio in Berlin fielen, nahm die Polizei vor dem Clubhaus der „Hells Angels“ einen Mann fest (spreadnews berichtete).

Bei dem festgenommenen Mann handelt es sich um den 24 Jahre alten Marcel K. der als Unterstützer des türkischen Präsidenten der „Hells Angels Berlin City“ Kadir P. gilt und einschlägig bei der Polizei bekannt ist. So war der 24-Jährige etwa bei Polizeikontrollen immer wieder in Folge aufgefallen.

Den Schüssen vorausgegangen war offenbar am Nachmittag ein Streit zwischen „Hells Angels“ und „Bandidos“. Christopher H., einer der wenigen deutschen Mitglieder um Kadir P. hatte in der Provinzstraße –  dort befindet sich das Clubheim der „Bandidos“ –  angeblich die Rocker provoziert. Daraufhin wurde Christopher H. niedergestochen.

Gegen  18:00 Uhr wurden von einem radelnden Unbekannten mehrere Schüsse auf ein Bekleidungsgeschäft des „Bandido“- Präsidenten Micky Sch. sowie das nebenanliegende Tattoo-Studio des Vizepräsidenten der „United Rocker“ abgegeben. Verletzt wurde niemand. Bereits zu diesem Zeitpunkt schien eine Racheakt der „Hells Angels“ als möglicher Hintergrund sehr wahrscheinlich.

Nach den Schüssen durchsuchten schwerbewaffnete Polizeibeamte Clubräume der „Bandidos“ und „Hells Angels“. Hier kam es auch zu der Festnahme von Christopher H.

Versäumnisse bei der Ahnung von Straftaten der Rockergruppierungen

Damit nicht genug, scheint es im Zusammenhang mit dem Konflikt der Motorradclubs bereits in der Vergangenheit einige Versäumnisse gegeben zu haben. Das „Hells Angels“-Mitglied Marcel K. ist wegen mehrfacher Körperverletzung und brutalen Raubüberfällen verurteilt worden, aber durch eine Haftverschonung auf freiem Fuß geblieben.

Als Intensivtäter und trotz seiner anerkannten Gefährlichkeit blieb ihm offensichtlich ein Gefängnisaufenthalt erspart, obwohl ihm und seinem Komplizen ein bewaffneter Raubüberfall am 13. Januar 2011 in ein Weddinger Juweliergeschäft zur Last gelegt wurde. Nach dem Überfall saß Marcel K. nur kurzzeitig in Untersuchungshaft.

Auch ist bis heute gegen Kadir P., der einen Türsteher mt einem Messer attackiert und laut Vorwurf in den Hals stechen wollte, kein Gerichtstermin festgelegt. Kadir P. war seinerzeit mit 80 Mitgliedern der „Bandidos“ zu den „Hells Angels“ übergelaufen. Es soll sich dabei um einer der weltweit spekulärsten Aktionen gehandelt haben.

Beide Tatsachen stoßen bei den zuständigen Ermittlern auf Kritik und Unverständnis.

Zur Verhaftung von Christopher H.

Gegen Christopher H., der in der vergangenen Woche von „Bandidos“ niedergestochen wurde, hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt /Oder einen Haftbefehl erlassen. Er soll vor einigen Jahren, als noch „Bandidos“-Mitglied, einem „Hells Angel“ in Finow (Brandenburg) fast ein Bein abgetrennt haben.

Zwar ist es ein noch schwebendes Verfahren, aber da Christopher H. keine Meldeanschrift in Deutschland hat, sondern vorwiegend auf Mallorca lebt, erging der Haftbefehl wegen Fluchtgefahr.

Verbotsantrag für die „Hells Angels“ in Berlin

Nun arbeiten Berliner Sicherheitsbehörden an einem Verbotsantrag für die „Hells Angels“ in Berlin. Durch das Verbot des Motorradclubs soll weiteren Eskalationen zwischen den miteinander verfeindeten Gruppen der „Hells Angels“ und „Bandidos“ entgegengewirkt werden.

Nach Ansicht des Innenministers hätten auch in Berlin beide Gruppen den vorrangigen Zweck, auf bestimmten Gebieten kriminelle Machenschaften zu entfalten um Gebiets- und Machtansprüche der international vertretenen Organisationen durchzusetzen. Diese Charakterisierung träfe nach Ansicht des LKA (Landeskriminalamt) auch auf die „Hells Angels Berlin City“ zu.

Erst Ende September waren in Frankfurt (Main) die Charter der „Hells Angels“ „Frankfurt“ und „Westend“ vom hessischen Innenminister verboten worden.

 

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