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Spendenskandal um Frauennothilfe

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Ab Freitag wird am Berliner Landgericht über einen groß angelegten Betrug verhandelt.

Einem 41-jährigen Vorsitzenden des im Jahr 2006 gegründeten gemeinnützigen Berliner Frauennothilfe-Vereins „Hatun & Can“ wird von der Anklage vorgeworfen Spendengelder zu seinen Gunsten veruntreut zu haben.

Weiterhin muss der Mann sich auch wegen Urkundenfälschung vor dem Berliner Landgericht verantworten.

„Emma“-Chefredakteurin Alice Schwarzer brachte den Skandal ins Rollen.

Sie hatte auf das Vereinskonto der Frauennothilfe eine halbe Million Euro gespendet. Bei der Summe handelt es sich um ihren Gewinn bei einer  Prominentenausgabe von „Wer wird Millionär“ im September 2009.

Trotz mehrmaliger und drängender Nachfrage von Alice Schwarzer bekam sie keinerlei Auskunft über die Verwendung ihrer Spende.

Der in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Aus den Spendengeldern soll der Verein mehrere Schutzwohnungen finanziert haben, zudem sei das Geld den betroffenen Frauen  direkt zugute gekommen.

Laut Anklage hat der Mann jedoch mit falschen Behauptungen mehr als 690.000 Euro erschlichen und nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll nur maximal 30 Frauen geholfen worden sein, allerdings von anderen Einrichtungen.

Der Berliner Frauennothilfe-Vereins „Hatun & Can“ war nach dem Ehrenmord an einer Berliner Deutsch-Türkin gegründet worden, um den von Gewalt bedrohten Frauen zu helfen und Zwangsehen zu verhindern.

Der Mord an der Deutsch-Türkin hatte bundesweit großes Entsetzen ausgelöst. Der kleine Sohn von Hatun Sürücü wurde in einer Pflegefamilie untergebracht. Durch den Ehrenmord wurde eine Debatte über Parallelgesellschaften ausgelöst.

Ab Freitag sollen etwa 144 Zeugen befragt werde, darunter auch Alice Schwarzer.

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