Start Panorama Staatsanwaltschaft Bonn klagt zwei Hells-Angels Mitglieder wegen Folter an

Staatsanwaltschaft Bonn klagt zwei Hells-Angels Mitglieder wegen Folter an

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Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Die Berichterstattung über Motorradclubs ist mitunter wenig differenziert und Taten einzelner Mitglieder werden dem gesamten Club angelastet. Doch in der Tat ist der aktuelle Fall ungewöhnlich,  geht es sonst bei derartigen Verfahren doch meist um die so genannten „Rocker-Kriege“ oder Vorwürfe von Körperverletzung.

Wie immer, wenn sich Mitglieder diverser Motorrad-Clubs vor Gericht verantworten müssen, wurde auch dieses Mal unter strengen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen zwei Männer der „Hells Angels“ vor dem Landgericht Bonn begonnen.

Die Staatsanwaltschaft geht von folgender Tat aus: Die angeklagten Männer im Alter von 36 und 40 Jahren aus Euskirchen und Troisdorf wird vorgeworfen im März 2010 eine 24 Jahre alte Frau gegen ihren Willen gefangen gehalten und unter Anwendung schwerer körperlicher Gewalt und Todesdrohungen zur Prostitution in verschiedenen Bordellen gezwungen haben. Als sich die Geschädigte geweigert habe, sei sie gefoltert worden.

Bei den Folterungen sei das Opfer mit Benzin übergossen und angezündet  worden, wobei es zu Verbrennungen ersten und zweiten Grades gekommen sein soll. Ausserdem wurde die junge Frau, so der Vorwurf, zu sexuellen Handlungen mit einem Hund gezwungen. Dabei wurde sie von der 31-jährigen Freundin des 40-Jährigen Angeklagten aus Troisdorf gefilmt und die laufenden Aufnahmen mit  Verspottung und Häme gegen das Opfer kommentiert. Neben den Todesdrohungen wurde der jungen Frau auch gedroht, die Brustwarzen abzuschneiden.

Hintergrund und Vorwurf: Die Anklage geht bei den Folterhandlungen von einem Racheakt aus, da sich die Geschädigte von einem der beiden Angeklagten trennen und sich nicht mehr zur Prostitution zwingen lassen wollte, da sie einen neuen Freund hatte, mit dem sie in einer geregelten Beziehung leben wollte.

Die Staatsanwaltschaft geht daher strafrechtlich von Nötigung zu sexuellen Handlungen, schweren Mißhandlungen, Freiheitsberaubung, Zuhälterei, Menschenhandel und Raub aus. Neben den als Tätern Angeklagten, hat auch die 31-jährige Frau, die das Geschehen durch Videoaufnahmen dokumentierte, eine Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft Bonn bekommen.

Die beiden Angeklagten Hells Angels schweigen bislang zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen.

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