Stimmen aus Fukushima: Misstrauen einer Mehrfachevakuierten

Stimmen aus Fukushima: Misstrauen einer Mehrfachevakuierten

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Nationalstraße 114 durch Namie (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Sorgen um den Transport kontaminierter Abfälle (Symbolfoto: pd)

Nicht alle Menschen hatten das Glück, an ihrem Wohnort bleiben zu können und so gibt es in der Präfektur Fukushima aktuell immer noch Personen, die außerhalb ihrer gewohnten Umgebung leben müssen.

Im sechsten Teil unserer Interview-Serie „Stimmen aus Fukushima“ kommt erneut eine Evakuierte aus Namie zu Wort. Sie lebte vor den Ereignissen vom März 2011 gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrer Tochter zusammen.

Im Zuge der Kraftwerkskatastrophe musste sie insgesamt sechs mal evakuieren und lebt nun getrennt von ihrem Ehemann in Nihonmatsu. Nach eigenen Angaben ist sie mit dieser Situation unzufrieden und hat auch nicht das Gefühl, dass Kinder dort in sicherer Umgebung aufwachsen können..

Vor der Kraftwerkskatastrophe habe sie sich nie besondere Gedanken über die Kernkraft gemacht. Jetzt sieht sie diese Form der Energiegewinnung als großes Risiko an. Derartiges dürfe sich nicht mehr wiederholen.

Die Hausfrau erklärte, es gäbe Diskriminierung von Bürgern der Präfektur Fukushima, machte jedoch keine genaueren Angaben.

Im Bezug auf den möglichen Zusammenhang von Dekontaminationsarbeitern und Straftaten befragt, äußerte sie ihren Eindruck, sie habe das Gefühl, dass die Situation sich seitdem verschlechtert habe.

Die Medienberichterstattung hält sie für nicht wahrheitsgemäß und misstraue den japanischen Medien. Ihr Vertrauen „beträgt Null“ wie sie sagte.

Zumindest den Angaben zur Lebensmittelsicherheit vertraut sie zu etwa 80 Prozent. Die Menschen dort hätten zwar kein gutes Gefühl beim Kauf lokaler Produkte, jedoch habe man keine andere Möglichkeit.

Ausländische Medien würden die Berichterstattung nach ihrer Ansicht nicht übertreiben. Mit Tschernobyl habe es ja bereits ähnliche Unfälle im Ausland gegeben. Die entsprechenden Ängste würden sich gewiss ähneln.

Ihrer Meinung nach wurden noch keine ausreichenden Schritte zur Wiederbelebung der Präfektur getroffen. Mit den bisherigen Anstrengungen sei sie nicht zufrieden.

Ausländische Besucher in der Präfektur würde sie zwar begrüßen, allerdings habe man dort Sicherheitsbedenken. Eine Rückkehr nach Namie schließt sie für sich selbst aus.

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