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Stimmen aus Fukushima: Zwischen Sorgen und Alltag

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Artikelbild - Blick auf die Stadt Fukushima im Jahr 2005 (Foto: pd)
Blick auf die Stadt Fukushima im Jahr 2005 (Foto: pd)

Die Folgen der Ereignisse vom März 2011 sind in der Präfektur Fukushima aktuell bis auf den heutigen Tag in unterschiedlicher Weise spürbar. Wie diese Folgen aussehen und sie von den Betroffenen empfunden werden, ist in hohem Maße individuell.

Im nunmehr fünften Teil unserer Interview-Reihe „Stimmen aus Fukushima„, die als Ergänzung unserer sonstigen Fukushima News dienen soll, kommt erneut eine Person zu Wort, die über ihre Erfahrungen, Gedanken und Einschätzungen spricht.

Alle Angaben wurden mit einem Fragebogen erfasst, Art und Umfang der Daten erfolgten freiwillig und auf Wunsch in anonymisierter Form.

Taeko S lebt heute, genau so wie vor den Tohoku-Katastrophen in der Stadt Fukushima und ist dort in der Finanzbranche tätig. Eine Evakuierung war aufgrund der Lage der Stadt nicht erforderlich. Insgesamt acht Menschen leben im Haushalt.

Dennoch ist der Alltag immer noch durch die Kraftwerkskatastrophe beeinflusst – etwa wenn bei der Auswahl von Lebensmitteln soweit wie möglich auf Fische aus dem Pazifik verzichtet wird (Die Präfektur Fukushima liegt an der Pazifikküste Japans – Anm. d. Red.).

Trotz dieser Besorgnis spricht Taeko S. davon, mit der gegenwärtigen persönlichen Situation glücklich zu sein. Eine gewisse Besorgnis im Bezug auf die Gesundheit der Kinder sei jedoch vorhanden.

Vor der Kraftwerkskatastrophe sei die Nutzung der Kernkraft nicht von besonderem Interesse gewesen. Jetzt ist die weitere Verwendung keine Option mehr und auch Neustarts anderer Reaktoren nicht richtig.

Zumindest von einer Erfahrung, die als Diskriminierung aufgrund der Herkunft aus Fukushima verstanden werden kann, weiß Taeko S. zu berichten.

Unmittelbar nach den Ereignissen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi sei sie mit dem Auto unterwegs gewesen und habe dann feststellen müssen, dass jemand den Wagen vorsätzlich beschädigt hatte.

Die Frage, ob die Medienberichte über die Situation in der Präfektur ausreichend und korrekt seien, verneinte sie und gab an, etwa der Hälfte der offiziellen Medienberichte zu glauben.

In einem gewissen Umfang hält sie auch die Angaben zur Lebensmittelsicherheit zur radioaktiven Belastung für vertrauenswürdig. Lokale Produkte kaufe sie zwar nicht mit einem gänzlich guten Gefühl, habe jedoch ein gewisses Vertrauen.

Sie habe keine Möglichkeit zur Nutzung ausländischer Medien, geht aber nicht davon aus, dass die Berichterstattung allzu verzerrt ist. Über ausländische Besucher der Präfektur würde sie sich freuen.

Dazu befragt, ob sie zufrieden mit dem Fortschritt beim Wiederaufbau der Präfektur sei, äußerte sie sich unzufrieden über die bislang erreichten Fortschritte.

Um einige Worte an unsere Leser gebeten erklärte Taeko S. Heutzutage würden sich überall auf der Welt Naturkatastrophen ereignen. Damit sich eine solche Kraftwerkskatastrophe nicht wiederholt fordert sie mehr Anstrengungen, damit jeder in der Lage ist, mit der Natur zu koexistieren und die Natur zu bewahren

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