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Studie: Wirkung von Olivenöl gegen Schlaganfälle vermutet

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Viele Menschen sind von den positiven Effekten des Olivenöls auf die Gesundheit überzeugt, auch wenn Forschungen belegen, dass die sehr fettreiche „Kreta-Diät“ (auch Mittelmeer-Diät genannt) aufgrund genetischer Unterschiede zu den Bewohnern Kretas, bei denen nach Mahlzeiten eine schnellere Normalisierung der Bluttfettwerte eintritt,   nicht vorbehaltlos für Mitteleuropäer zu empfehlen ist.

Doch ist Olivenöl deswegen ungesund? Keineswegs.

Eine französische Forschergruppe beobachtete in einer Studie über 9.200 ältere Menschen über 65 Jahren in den Städten Montpellier, Dijon und Bordeaux. Vor der Beobachtungsstudie hatten die Teilnehmer Auskunft über ihre persönlichen Lebens-und Essgewohnheiten gegeben.

Zu den Fragen gehörte auch die Verwendung von Olivenöl. Probanden, die nicht nur Olivenöl als Salatdressing, sondern auch zum Braten und als Brotaufstrich benutzten, wurden als intensive Nutzer eingestuft.

In dieser Gruppe gab es 41 Prozent weniger Schlaganfälle berichtete das Forschungsinstitut INSERM aus Bordeaux, als diejenigen, die überhaupt kein Olivenöl benutzten.  In der Nachbeobachtungszeit von 5,35 Jahren kam es von allen Probanden zu insgesamt 148 Schlaganfällen.

Da auch Blutproben der Studienteilnehmer vorlagen, konnten noch deutlichere Ergebnisse der Oleinsäurekonzentration im Blut nachgewiesen werden. Probanden die im oberen Drittel der Serumwerte lagen, hatten ein um 73 Prozent vermindertes Risiko einen Schlaganfall zu erleiden, als diejenigen, die niedrige Oleinsäurewerte hatten.

Keine endgültigen Beweise für Wirkung gegen Schlaganfälle

Ein endgültiger Beweis für Olivenölkonsum als Mittel gegen Schlaganfälle ist in aktuellen Beobachtungsstudien begrenzt und schwer zu führen, obwohl bereits Übergewicht und mangelnde körperliche Betätigung in dieser Studie, als Schlaganfall-Risikofaktoren berücksichtigt wurden.

Nur klinische Studien könnte für letzte Gewissheit sorgen, aufgrund unterschiedlicher Ernährungsgewohnheiten lassen sich diese schwer realisieren, da unterschiedliche Lebensmittel verzehrt werden und so nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Inhaltsstoffe anderer Zutaten des Untersuchungsergebnis stark beeinflussen.

Eine eindeutige Ernährungsempfehlung kann daher, auch aufgrund der Eingans genannten genetischen Faktoren, noch nicht gegeben werden –  dazu würden noch weitere Studien benötigt.

Somit kann die Vermutung, dass der Konsum von Olivenöl das Risiko eines Schlaganfalls deutlich senkt, oder ob andere Faktoren maßgeblich daran beteiligt sind, kann noch nicht eindeutig nachgewiesen werden.

Ergänzung gesunder Mahlzeiten durch Olivenöl

Im Fachmagazin „Neurology“ hält es beispielsweise der US-Mediziner Nicolaos Scarmeas von der Columbia-University New York für denkbar, dass Olivenöl benutzt wird, um Speisen schmackhafter zu machen und nicht das Olivenöl maßgeblich eine Schlaganfall vorbeugende Wirkung hat.

Da Gerichte, wie etwa ein Salat, die bereits positive gesundheitliche Wirkung haben, durch die Zufügung von Olivenöl schmackhafter werden, könnte der dadurch gestiegene Konsum der geschmacklich verbesserten Produkte die Gesundheit fördern, so dass die entsprechende Wirkung nicht primär auf dem Olivenöl beruht.

Die Forschergruppe hingegen ist davon überzeugt, dass ein „enger Zusammenhang zwischen hohem Olivenöl-Konsum und niedrigem Schlaganfall-Risiko“ besteht.

Möglicher Faktor: Qualität des Olivenöls

Da die überwiegende Mehrheit der französischen Testpersonen, nämlich 98 Prozent, teures Olivenöl kaufen um ihre Speisen anzureichern und bereits in der Diskussion um die Kreta-Diät die Theorie aufkam, möglicherweise bestehe die förderliche Wirkung nur beim Öl kretischer Oliven, bleibt es auch in dieser Studie unklar, ob auch billigeres Olivenöl anderer Olivensorten den gleichen angenommenen Effekt zur Schlaganfall-Risikominimierung hat.

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