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Wassertanks

Artikelbild - Analysebereich der Reaktoren 5 und 6 (Foto: TEPCO)

In den Fukushima News vom Freitag erregte die Korrektur von Strahlungswerten in den zweistelligen Millionenbereich aufsehen. Nun spricht TEPCO an anderer Stelle von Übertreibung bei Messdaten und Unterschätzung des Großlecks.  Fehler der Analysen bestimmen daher die Meldungen aus Fukushima heute weiterhin.

Über die aktuellen Bekanntgaben berichtet der Spreadnews Japan-Ticker vom x. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO hat Strahlung aus Proben möglicherweise zu hoch kalkuliert
  • TEPCO hat Strahlung aus Großleck möglicherweise unterschätzt
  • Schilddrüsenkrebs bei acht weiteren Fukushima-Kindern
  • Leck an Wasserpumpe

TEPCO hat Strahlung aus Proben möglicherweise zu hoch kalkuliert: Am Freitag berichteten wir über die überraschende Meldung von TEPCO, man müsse einen bisherigen Rekordwert aufgrund von Messfehlern nach oben korrigieren. Aufgrund eines Strontiumwerts von fünf Millionen Becquerel pro Liter müsse die Gesamtmenge der Betastrahlung auf zehn Millionen hochgerechnet werden.

Am selben Tag teilte TEPCO-Sprecher Masayuki Ono nun auf einer Pressekonferenz mit, das Unternehmen müsse sich dafür entschuldigen, dass nun Fälle gefunden worden seien, in denen die Strahlungsbelastung der Proben viel höher angeben worden waren, als sie neuen Test zufolge tatsächlich sind. Das berichtete die Kyodo.

In einem Bericht erklärt TEPCO, es bestünden Differenzen zwischen den Ergebnissen eines so genannten Gasdurchfluß-Proportionalzählers (LBC), der in einem Labor der Reaktoren 5 und 6 eingesetzt wurde, und den Ergebnissen anderer Prüfungen. In dem Labor werden Proben in Spezialbehältern untersucht.

Die Ergebnisse der Grundwasserproben im fraglichen LBC waren durchweg höher, als in den anderen Einrichtungen. Um künftige Daten genauer erfassen zu können, werde man bis auf weiteres auf den Gebrauch der Einheit des Labors verzichten, bis diese wieder korrekt kalibriert ist.

Außerdem arbeite man an neuen Analysemethoden, die weniger von Erfahrung und Können des analysierenden Mitarbeiters abhängig sind.

TEPCO hat Strahlung aus Großleck möglicherweise unterschätzt: Ein Unternehmensvertreter des Kraftwerksbetreibers TEPCO räumte am Freitag an, bei einem schwerwiegenden Tankleck habe man möglicherweise die Menge an radioaktivem Material unterschätzt.

AKW Fukushima: Leck am Ablassventil von Wasserbehälter im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Fukushima-Lagertank: Großleck im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Es geht um das erste Großleck vom August 2013. Damals waren 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten (Spreadnews berichtete am 19. August 2013). Der Wert an Strontium-90 und weiteren Betastrahlern wurde mit 200 Millionen Becquerel angegeben. Dies könnte offenbar eine zu niedrige Angabe sein.

Die Atomaufsichtsbehörde kommt zu dem Schluss, dass die von TEPCO genutzte Messmethode vermutlich unzuverlässig sei. Sollte sich die Unterschätzung als Tatsache erweisen, wird die Atomaufsicht ihre bisherige Einstufung des Großlecks auf der internationalen siebenstufigen INES-Skala von bislang 3 nach oben korrigieren. Über die Entdeckung berichtete die jiji.

Schilddrüsenkrebs bei acht weiteren Fukushima-Kindern: Ein Expertenausschuss aus Ärzten und anderem medizinischen Fachpersonal meldete zu Beginn des Wochenendes, bei den Kontrollen der Präfektur habe man acht weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen.

Personen die den Gesundheitschecks unterzogen werden, waren zum Zeitpunkt der Fukushima-Katastrophe unter 18 Jahre alt.

Schilddrüse (Grafik: pd)

Präfektur Fukushima: Nun 75 Fälle von Schilddrüsenkrebs (Grafik: pd)

Wie die Mediziner mitteilten, habe es Ende vergangenen Jahres 75 Verdachtsfälle gegeben. In 33 Fällen sei die Erkrankung nachgewiesen worden. Drei Monate zuvor lag die Zahl bestätigter Fälle bei 25.

Damit steigt die Gesamtzahl auf 75 und beträgt 16 Fälle mehr als im November. Bislang sind 270.000 der 375.000 Personen, die kontrolliert werden sollen, bereits untersucht worden. In 254.000 Fällen wurden die Daten bereits veröffentlicht.

Die Experten halten einen Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und der Reaktorkatastrophe für unwahrscheinlich. Das berichteten jiji und Asahi Shimbun.

Leck an Wasserpumpe: Am heutigen Montag entdeckten Kraftwerksarbeiter gegen 11:30 Uhr im Lagertankbereich F, nahe der Reaktoren 5 und 6, das Wasser aus der Pumpe eines Wasserreingungssystems drang. Aufgrund des Schadensbereichs und der Durchflusszeit geht TEPCO davon aus, dass schätzungsweise 10 bis 20 Liter austraten.

Da das Wasser jedoch auf einer Metallplatte verblieb, gelangte es nicht in die Umwelt. Nach einer ersten Kontrolle vor Ort erklärte der Kraftwerksbetreiber, die Ummantelung der Pumpe sei möglicherweise durch Gefrierung beschädigt worden.

Artikelbild - AKW Fukushima: Strahlungskontrolle an einem Fahrzeug im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem das steigende Strahlungsniveau bereits in den Ausläufern des Kernkraftwerks gemessen wurde, werden nun Maßnahmen zur Bekämpfung gefordert. Dieses Thema ist für die Präfektur Fukushima heute ebenso von Interesse, wie das Anliegen der Regierung, dort AKW-Grundwasser verklappen zu wollen.

Mehr Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Februar 2014.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • TEPCO muss steigende Strahlungswerte auf Gelände bekämpfen
  • Regierung will Einverständnis zur Verklappung von AKW-Grundwasser
  • TEPCO legt Fukushima-Reaktoren 5 und 6 still
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • NRA legt Strahlungsmessung in neuen Evakuierungsrichtlinien fest

TEPCO muss steigende Strahlungswerte auf Gelände bekämpfen: Die Atomaufsichtsbehörde NRA drängte den Kraftwerksbetreiber TEPCO auf einem Treffen am Freitag dazu, das Strahlungsniveau auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi zu senken. Gegenwärtig wird der jährlich zulässige Grenzwert stellenweise um das achtfache überschritten.

Ursache für den Anstieg ist der Aufbau von Lagertanks, in denen sich radioaktives Wasser befindet. Durch die Verbindung von radioaktivem Material das Betastrahlung aussendet, mit dem Metall der Stahltanks entsteht Röntgenstrahlung.

Diese so genannte Bremsstrahlung ist ungleich gefährlicher als Betastrahlung, die sich bereits durch geeignete Schutzkleidung abschirmen lässt.

Fukushima-Wassertanks bleiben Thema für Diskussionen (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Bekämpfung von steigender Strahlung der Lagertankbereiche erforderlich (Symbolfoto: TEPCO)

Aufgrund des Umstands, dass die Behälter an den Grenzen des Kraftwerksgeländes stehen, wird bereits ein Anstieg der Umgebungsradioaktivität außerhalb des Kernkraftwerks festgestellt (Spreadnews berichtete am 10. Januar 2014).

Nach Auffassung der Behörden ist die Senkung des Strahlungsniveaus erforderlich, um sowohl die Beschäftigten, als auch die Umwelt, die an das Kraftwerk  angrenzt, zu schützen. Die Atomaufsicht verlangt daher eine Reduzierung unterhalb des Jahresgrenzwerts von einem Millisievert bis März 2016.

TEPCO geht aufgrund der Entwicklungen davon aus, dass 90 Prozent des Strahlungsanstiegs in den betroffenen Bereichen auf die Lagertanks zurückzuführen ist. Daher sieht das Unternehmen die Dekontamination der Tankinhalte als wichtigste Gegenmaßnahme an.

Experten bezweifeln jedoch, dass der Zeitplan auf diese Weise eingehalten werden kann und fordern neben der Dekontamination des Wassers auch die Verlegung kontaminierter Trümmer in andere Bereiche. Auch müsse die Radioaktivität des Wassers bereits vor Abfüllung in die Behälter hinreichend gesenkt werden. Dies berichtet die NHK.

Regierung will Einverständnis zur Verklappung von AKW-Grundwasser: Am heutigen Montag begann die Regierung in Tokyo damit, bei dem Nationalen Verband der Fischereikooperativen, um Einverständis für die Verklappung von Grundwasser des AKW Fukushima Daiichi in das Meer zu werben.

Vertreter des Industrieministeriums  erklärten gegenüber der Verbandsführung, man werde strenge Maßstäbe anlegen und nur Wasser in den Pazifik verklappen, dessen Konzentration unterhalb des rechtlichen Grenzwerts liegt. Auch würden die Pumpvorgänge überwacht und in festgelegter Weise stattfinden, um Risiken auszuschließen.

Geht es nach dem Willen der Regierung, so wird das Grundwasser hochgepumpt, bevor es durch das stark radioaktive Wasser aus den Untergeschossen der Gebäude kontaminiert wird und stattdessen in das Meer eingeleitet. Das berichtet die Kyodo.

Die Fischereikooperativen sind bislang gegen eine derartige Maßnahme, da sie eine Schädigung ihres Geschäftes fürchten. Grund hierfür ist das Misstrauen der Verbraucher, das bei der Durchführung der Verklappung steigen und zu Umsatzeinbußen führen könnten.

Die Fischerei in der Präfektur Fukushima ist seit den Kernschmelzen an drei Reaktoren im März 2011 immer wieder von Einschränkungen und Rückschlägen betroffen.

TEPCO legt Fukushima-Reaktoren 5 und 6 still: Kraftwerksbetreiber TEPCO erklärte am vergangenen Freitag, man habe die Reaktoren 5 und 6 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi offiziell stillgelegt. Beide Reaktoren waren aufgrund von Wartungsarbeiten zum Zeitpunkt des Tohoku-Erdbebens 2011 nicht aktiv, so dass sich dort keine Kernschmelzen ereigneten.

Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Das Schicksal der beiden Reaktoren war lange Zeit unklar, bereits im März 2011 als auch später waren Neustarts erwogen worden.

Premierminister Shinzo Abe hatte später einen Neustart beider Anlagen als schwierig bezeichnet und um die Stilllegung gebeten (Spreadnews berichtete am 1. April 2013).

Nachdem bereits im April 2012 die Reaktoren 1 bis 3 offiziell stillgelegt wurden und die Arbeiten zur Stilllegung laufen, folgen somit auch die beiden letzten Reaktoren der Anlage diesem Schicksal.

Nach der Entscheidung im Dezember 2013 wurde Industrieminister Toshimitsu Motegi über den Schritt unterrichtet.

Künftig will sich das Unternehmen der Bekämpfung des radioaktiven Wassers auf der Anlage widmen. Die Reaktoren 5 und 6 werden auch in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen, da sie als Forschungseinrichtungen zur Entwicklung von Dekontaminationstechnologien genutzt werden sollen. Das berichtete die NHK.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am Samstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den November 2013.

Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)

Fukushima-Arbeitsroutine: Kontrolle der Dosimeter (Video: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO  waren im Dezember 2013 insgesamt 475 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.

Die maximale Strahlungsbelastung lag bei 12,61 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende Januar befassen wird, soll gegen Ende Februar eingereicht werden.

NRA legt Strahlungsmessung in neuen Evakuierungsrichtlinien fest: Am Wochenende stellte die japanische Atomaufsichtsbehörde neue Richtlinien vor,  in denen die Handhabung der Daten von Strahlungsmessposten für die Evakuierung von Anwohnern geregelt wird.

So sollen die örtlichen Behörden in Gebieten um das Kernkraftwerk mindestens einen Messposten zur Erfassung von Strahlungshöhe und der Dichte an radioaktivem Material in der Umgebungsluft messen. Auch müssen die Gemeinden an diesen Messposten auch Notstromgeneratoren verfügbar haben.

Bei der letzteren Regelung handelt es sich um eine Lektion aus der Fukushima-Katastrophe. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren aufgrund eines Stromausfalls keine Daten der Messposten mehr verfügbar. Von eigener Seite will die Regierung in den betroffenen Gebieten dann Notfallzentren einrichten, in denen die Daten ausgewertet und über Art und Umfang der Evakuierung entschieden wird.

Doch auch wenn diese Maßnahmen die Strahlung innerhalb der 30-Kilometer-Zone ermitteln sollen und Anwohner in einem Umkreis von fünf Kilometern ohne weitere Vorbedingungen umgehend evakuiert werden müssen, sehen Experten auch Mängel, die sich bei der Umsetzung der Regelung ergeben werden.

So sei die gegenwärtig vorhandene Zahl an Messposten innerhalb der Zone unzureichend und bislang ungeklärt, welches Personal die Messungen in Bereichen vornehmen wird, in denen bislang keine derartigen Vorrichtungen existieren. Das berichtete die NHK.

Artikelbild - AKW Fukushima: Strahlungsschutz durch Bleiplatten im erdbebensicheren Hauptgebäude, April 2012 (Foto: TEPCO)

Zum Wochenende meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute, dass die Anlage nun ein weiteres Problem hat – die Strahlung im Grenzbereich der Anlage steigt und weist dabei eine Besonderheit auf, welche die Gesundheit der Arbeit anders belasten könnte, als bislang.

Mehr zu diesen Fukushima News sowie weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Röntgenstrahlung an AKW-Grenze steigt durch Wassertanks an
  • ALPS-Filtersystem neu gestartet
  • TEPCO informiert über Atomexplosions-Hoax
  • Fukushima-Riesentintenfisch ebenfalls Hoax

Umgebungsradioaktivität an AKW-Grenze steigt durch Wassertanks an: Nach Angaben von Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA, hat das AKW Fukushima Daiichi nun ein weiteres Problem. Die Radioaktivität an den Grenzen der Kernkraftanlage übersteigt laut NRA derzeit den zulässigen Grenzwert.

Auf das Jahr umgerechnet kommt die Behörde zu dem Schluss, dass die Strahlung dort von weniger als einem Millisievert im März 2013 auf mehr als acht Millisievert im Dezember des selben Jahres gestiegen war.

Da der Maximalwert für die Grenzen des Geländes bei einem Millisievert pro Jahr liegt, wird der zulässige Wert um das achtfache übertroffen.

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol

AKW Fukushima: Strahlung an Anlagengrenze übersteigt zulässigen Wert (Grafik: pd)

Ursache für den Anstieg ist die steigende Anzahl von Lagertanks für radioaktives Wasser auf dem Gelände der Anlage. Zwar gingen vom Wasser selbst nur Betastrahlung aus, die zu gering sei, um durch die Stahltanks zu dringen.

Allerdings würde die Verbindung von Betastrahlung und Metall zum Austritt von stärkerer Röntgenstrahlung aus den Behältern führen.

Gegenwärtig befinden sich etwa 1.000 Lagertanks vor Ort. Wie die NHK meldet, hat die Atomaufsicht NRA für heute ein Treffen anberaumt, um Maßnahmen gegen die Zunahme der Strahlung und für den Schutz der Arbeiter zu treffen.

Man sei sich des Problems schon eine Zeit lang bewusst gewesen, allerdings hätte das kontaminierte Wasser die Experten in Anspruch genommen.

ALPS-Filtersystem neu gestartet: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mitteilte, ist es dem Unternehmen gelungen,  das Multinuklid-Filtersystem ALPS wieder neu zu starten. Am Dienstag waren alle Einheiten gestoppt worden, nachdem ein Kran des Systems ausgesetzt hatte (Spreadnews berichtete am selben Tag).

Der Elektrizitätskonzern hatte zudem erklären lassen, die Wiederinbetriebnahme des Filtersystems werde voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Die Anlage selbst war in der Vergangenheit wiederholt von Problemen, Fehlfunktionen und Nachlässigkeiten betroffen. Im jüngsten Fall stellt sich der Ausfall eines der insgesamt vier Motoren des Krans heraus. Die Hebeeinrichtung funktioniert jedoch auch mit den verbleibenden Motoren.

Der fehlerhafte Motor soll zunächst zur Ursachenforschung untersucht und ausgetauscht werden. Der Kran dient dazu, die als  “High Integrity Container” (HIC) bezeichneten Behälter auszutauschen sobald diese gefüllt sind und eingelagert werden müssen. In ihnen befinden sich die bei der Filterung anfallenden Reststoffe.

Das ALPS-Filtersystem gilt aufgrund seiner Möglichkeit, eine große Zahl unterschiedlicher radioaktiver Nuklide zu filtern, als wichtiger Schritt für die Stilllegung der Anlage, erhofft sich der Betreiber TEPCO doch nach ausreichender Filterung und der zusätzlichen Entfernung von Tritium, eine Genehmigung zur Verklappung der angesammelten Abwässer.

TEPCO informiert über Atomexplosions-Hoax: In der vergangenen Woche hatte es international Medienberichte gegeben, die von einem kritischen Zustand der Anlage nach zwei Erdbeben und der Freisetzung von hohen Mengen an Radioaktivität, sowie einer Geheimhaltungsorder des Kreml berichtet hatten.

Die japanischen Medien hatten diesbezüglich keine Berichterstattung und auch Spreadnews hatte sich aufgrund von berechtigten Zweifeln nicht der Meldung angenommen.

Während später bekannt wurde, das es sich um eine Falschmeldung der Webseite “whatdoesitmean.com” handelte, die für derartige Verschwörungsmeldungen und fragwürdige Berichte bekannt ist, sah sich TEPCO nun veranlasst, selbst eine Erklärung herausgegeben.

Zwar seien die grundlegenden Informationen über Dampfaustritt und hohe Konzentration von radioaktivem Material in Grundwassermessposten richtig – beide Phänomene traten jedoch bereits lange auf, bevor die jetzige Meldung kursierte. Der Dampf wurde bereits seit Juli 2013 gesichtet und die erhöhte Grundwasserkonzentration seit August 2013.

Auch die Meldungen über Erdbeben der Stärke 3,6 und 5,1 am 31. Dezember 2013 sind zwar korrekt – und die japanische Wetterbehörde gab die Stärke sogar mit bis zu 5,4 an – das Beben mit Epizentrum in der Präfektur Ibaraki habe jedoch keinen Einfluss auf die Anlage in Fukushima gehabt.

Die Behauptung, die Erschütterungen seien durch “unterirdische Atomexplosionen” entstanden, entbehrt nach Angaben von TEPCO jeder Grundlage.

Fukushima-Riesentintenfisch ebenfalls Hoax: Nachdem die Medien zunächst durch die Meldung über angebliche russische Nachrichtensperren und unterirdische Atomexplosionen am AKW Fukushima genarrt wurden, erweist sich nun auch die zweite große Meldung als Hoax.

Internationale Medien hatten von einem gigantischen Tintenfisch berichtet der angeblich an der kalifornischen Küste bei Santa Monica angeschwemmt worden war und teilweise eine Spekulation übernommen, derzufolge die Größe des Tieres auf Mutationen durch die Radioaktivität der Fukushima-Katastrophe zurückzuführen sei.

Tatsächlich stammt das Bild im Original vom Oktober 2013 und zeigt ein Tier, das an einem spanischen Stand angeschwemmt wurde. Die Größe des Tieres beträgt auch lediglich etwa neun Meter und keineswegs über 40, wie jetzt fälschlich berichtet. Quelle der aktuellen Fotomanipulation ist offenbar eine Webseite namens “lightlybraisedturnip.com”, die auch andere satirische Artikel präsentiert.

Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Während im Rahmen von Japans Außenpolitik Kronprinz Naruhito den Gedenkfeierlichkeiten für Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela in Südafrika beiwohnte und Premierminister Shinzo Abe in der südafrikanischen Botschaft sein Beileid bekundete, gab es vom AKW Fukushima heute neue Meldungen.

Neben einem Stromausfall-Alarm gehören auch Forderungen eines Regierungsausschusses nach schnellen Sicherheitsmaßnahmen gegen radioaktiv kontaminiertes Wasser zu den aktuellen Fukushima News. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Dezember 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Schnelle Sicherheitsmaßnahmen gegen kontaminiertes Wasser gefordert
  • Alarm an Schaltanlage  des AKW Fukushima
  • Grundwasserkontakt mit Cäsium in Laubwäldern unwahrscheinlich

Schnelle Sicherheitsmaßnahmen gegen kontaminiertes Wasser gefordert: Ein Regierungsausschuss hat die schnelle Einführung von unterstützenden Maßnahmen gefordert, die parallel zu den Versuchen der unterirdischen Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung und der Küstensicherung vor radioaktivem Wasser, durchgeführt werden sollen.

Zu den vom Ausschuss empfohlenen Schritten, gehört die Abdichtung der Risse in Gebäuden durch den Einsatz von Beton, um die Kontamination von Grundwasser aus den Strukturen einzudämmen. Außerdem solle das gesamte Gelände der Anlage asphaltiert werden, um Regenwasser vom Erdboden fernzuhalten.

Für eine besser gesicherte Lagerung sei der Bau von doppelwandigen Wassertanks erforderlich. Das bisher ungelöste Problem von radioaktiven Tritium, das sich selbst durch die ALPS-Anlagen nicht filtern lässt, müsse Thema eines Expertenteams werden. Diese sollen bis Ende März zu einem Ergebnis kommen. Das berichten Kyodo und NHK.

Die anvisierten Hauptmaßnahmen – Bodenfrostung und Küstensicherung – werden von Kritikern als zu zeitaufwendig und in ihrer Wirksamkeit fraglich angesehen. Insbesondere die Bodenfrostung hat in der Tat einen stark experimentellen Charakter, da keine vergleichbaren Anlagen über mehrere Jahre hinweg betrieben wurde.

Alarm an Schaltanlage  des AKW Fukushima: Am gestrigen Montag kam es gegen 16:29 Uhr zu einem Alarm, der auf einen Fehler an der 66 kV Schaltanlage der Versorgungslinie Okuma 3L hinwies. Der Alarm wiederholte sich um 17:24 Uhr. In beiden Fällen konnte  jedoch keine Störung der Stromversorgung festgestellt werden.

Symbol: Hochspannung (Grafik: pd)

AKW Fukushima: Erneut Alarm an Stromversorgung (Grafik: pd)

Dagegen entdeckte man Fäkalien und Urinspuren eines kleinen Tieres, das offenbar durch eine 2 x 2 Zentimeter große Öffnung eingedrungen war. Gegenwärtig geht der Kraftwerksbetreiber TEPCO davon aus, dass es sich in beiden Fällen um Fehlalarme handelt, die durch das Tier ausgelöst wurden.

Als Gegenmaßnahme wurde die entdeckte Öffnung abgedichtet.

Das AKW Fukushima Daiichi hat bereits eine Geschichte von Stromausfallwarnungen vorzuweisen, an denen in einigen Fällen auch kleine Nagetiere beteiligt waren.

Nachdem es im März 2013 durch ein Nagetier zu einem schweren Stromausfall gekommen war, der auch das Kühlsystem beeinträchtigte, gab es zuletzt am 26. November 2013 einen Fehlalarm, der ebenfalls auf ein Tier zurückgeführt wird.

Grundwasserkontakt mit Cäsium in Laubwäldern unwahrscheinlich: Im Mai 2011 begonnene Untersuchungen der Japanischen Atomenergiebehörde JAEA kommen zu dem Schluss, dass offenbar ein Großteil des Cäsiums aus dem radioaktiven Fallout der in Laubwäldern der Präfektur Ibaraki niederging, nicht ins Grundwasser gelangte.

Laub (Foto: David Bleasdale cc-by)

Präfektur Ibaraki: Auswirkung von Fukushima-Katastrophe auf Grundwasser untersucht (Symbolbild: David Bleasdale cc-by)

Zu Beginn der Maßnahme hatte man im untersuchten Gebiet eine durchschnittliche Strahlung von 20 Kilobecquerel pro Quadratmeter festgestellt. Insgesamt 70 Prozent das Materials befand sich in einer Laubschicht auf dem Waldboden.

Im Dezember 2011 waren die Werte an der Erdoberfläche auf ein viertel des ursprünglichen Werts gesunken – allerdings hatten sich gleichzeitig die Cäsiumwerte, die in fünf Zentimetern Tiefe nachgewiesen wurden, verdreifacht. Eine spätere Kontrolle im August 2012 ergab, dass sich die Cäsiumwerte dort immer noch hielten.

Der Anstieg der Werte im Erdboden wird auf die beschleunigte Kompostierung des Laubs durch steigende Temperaturen und die Regenfälle vom Herbst 2011 zurückgeführt, die das radioaktive Material vermehrt von den Blättern in den Boden gewaschen hätten. Seit diesem Zeitpunkt blieben die Werte jedoch konstant.

Ein Vergleich mit der Menge an Cäsium in Erdschichten von zusätzlichen zehn Zentimetern ergab, das im Fiskaljahr lediglich 0,2 Prozent der radioaktiven Substanz so weit in den Boden vorgedrungen war. Der Wert lag im Fiskaljahr 2012 mit 0,1 Prozent sogar noch darunter.

Nach Angaben der Asahi Shimbun sollen sich künftige Forschungen mit Cäsiumbelastung in Nadelwäldern befassen. Langfristig sollen die Auswirkung auf Forstprodukte und angrenzende Gebiete erforscht werden.

Sandsäcke gegen Wasserleck an Betonbarrieren am 9. November 2013 (Foto: TEPCO)

Das am Samstag entdeckte Wasserleck an den Betonbarrieren ist der neuste Zwischenfall dieser Art. Am Sonntagmorgen folgte dann ein Erdbeben der Stärke 5,5, das die Präfektur Ibaraki erschütterte. Das dortige AKW Tokai habe jedoch keine Unregelmäßigkeiten gemeldet.

Einzelheiten zu den Fukushima News und mehr zu dem, was im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute geschah, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. November 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Leck in Betonbarrieren der Lagertanks
  • TEPCO will Zahl der Arbeiter zur Wasserbekämpfung aufstocken

Leck an Betonbarrieren der Lagertanks: Kraftwerksarbeiter haben einen neuen Austritt von radioaktivem Wasser an der Anlage des AKW Fukushima Daiichi entdeckt.

Artikelbild: Wasserleck an Betonbarrieren am 9, November 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Wasserleck an Betonbarrieren am 9. November 2013 (Foto: TEPCO)

Das am Samstag entdeckte Leck befindet sich in diesem Fall an den Betonbarrieren, welche die Lagertanks umgeben. Der Zwischenfall ereignete sich im Bereich H6 in der Nähe von Reaktor 4.

Bei einem Kontrollgang an den Behältern, in denen radioaktiv belastetes Wassers eingelagert wird, entdeckten die Beschäftigten dort Wasserlachen, die eine Länge von 80 Zentimetern und eine Breite von einem Meter aufwiesen.

Eine Strahlungskontrolle ergab Werte von 140 Becquerel an radioaktivem Strontium pro Liter Wasser. Die Cäsiumwerte lagen dagegen unterhalb des Nachweiswerts.

Die Kraftwerksarbeiter versuchten das Leck durch den Einsatz von Sandsäcken zu stopfen. Arbeiten an Behältern innerhalb des Bereichs wurden eingestellt. Offiziellen Angaben zufolge ist kein kontaminiertes Wasser in den Ozean gelangt.

Das ungewöhnliche an diesem neuen Wasserleck ist, dass es sich zwar in der Nähe des Ventils ereignete, durch das Wasser abgelassen werden kann, wenn im Notfall der Pegel hinter den Betonbarrieren gefährlich ansteigt, das Ventil selbst jedoch geschlossen war, so dass dort kein Wasser austreten konnte.

Als mögliche Erklärung führt TEPCO die Möglichkeit an, dass Fehler in den Verbindungsstücken der Betonbarriere eine Schuld am Leck tragen könnten. Diese Hindernisse bestehen aus Betonblöcken, die durch Metallplatten zusammengehalten werden. Dies erfolgt entweder durch Verschweissung, oder durch die Sicherung mit Bolzen. Über das Leck berichtete neben TEPCO auch die NHK.

TEPCO will Zahl der Arbeiter zur Wasserbekämpfung aufstocken: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi will neben anderen Maßnahmen nun auch die Zahl der Beschäftigten aufstocken, die mit der Bewältigung der immer wieder auftretenden Wasserprobleme betraut sind.

Die Zahl der für diesen Zweck beschäftigten Angestellten soll demnach von 100 auf 320 steigen und damit praktisch verdreifacht werden.

Zuvor hatte der Elektrizitätskonzern auch geplante Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für Arbeiter und bessere Bezahlung als neue Motivationsmittel angekündigt (Spreadnews berichtete am 8. November 2013).

Durch die zusätzlichen Kraftwerksarbeiter sollen die Belastungen für die beteiligten Kräfte insgesamt gesenkt werden. Das berichtete die Asahi Shimbun.

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AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Die Vorbereitungen auf Taifun “Francisco” sind auf der Insel Izu-Oshima, als auch an der Kraftwerksanlage von Fukushima aktuell in vollem Gange.

Während für die gesamte Insel eine Evakuierungsaufforderung erfolgte, kann TEPCO nun auf gelockerte Sicherheitsbestimmungen zurückgreifen.

Dies scheint auch notwendig, galten doch notwendige Arbeiten am AKW Fukushima heute Morgen noch nicht als abgeschlossen. Neben dem Taifun gibt es allerdings auch weitere Fukushima News – im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Oktober 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • NRA erlaubt TEPCO gelockerte Sicherheitsbestimmungen
  • Taifun-Vorbereitungen von TEPCO laufen
  • Fitness von Fukushima-Kindern nimmt ab

NRA erlaubt TEPCO gelockerte Sicherheitsbestimmungen: Nachdem sich Kraftwerksbetreiber TEPCO zuletzt in Gesprächen mit der Atomaufsichtsbehörde NRA befand, gab diese nun ihr Einverständnis zu vereinfachten Strahlungskontrollen bei der Freisetzung von radioaktivem Wasser, das sich durch Regenfälle hinter Betonbarrieren ansammeln kann.

AKW Fukushima: Anbringung von Regenplanen auf Wassertanks am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Anbringung von Regenplanen auf Wassertanks am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Die bisherige Regelung sah vor, zunächst das gesamte angesammelte Wasser in mindestens einen Auffangtank zu pumpen, um es dort auf die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien und Strahlungsgrenzwerte zu prüfen.

Der Taifun “Wipha” hatte jedoch gezeigt, dass das Unternehmen das Ausmaß der Regenfälle unterschätzte und deshalb nicht über ausreichend leistungsstarke Pumpen und Leitungen verfügte, so dass die Wasserpegel nur wenige Zentimeter gesenkt werden konnten. Schließlich war es an mehreren Tankbereichen zum Überlaufen der Betonbarrieren durch stark radioaktives Wasser gekommen.

Als Notfallmaßnahme hatte TEPCO sowohl radioaktives Wasser nach Schnelltests in die Umwelt entlassen, als auch in einen unterirdischen Lagertank abgepumpt.

AKW Fukushima: Arbeiter bei Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Arbeiter bei Vorbereitungen auf Taifun Francisco am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Ausgehend von diesen Erfahrungen hat TEPCO nicht nur damit begonnen, die zur Verfügung stehende Ausrüstung zu verbessern, sondern auch eine vereinfachte Handhabung von Regenwasser beantragt.

Die jetzt durch die Atomaufsicht akzeptierten Schnellmaßnahmen dürfen nur in Notfällen zum Einsatz kommen und nicht den Regelbetrieb ersetzen.

Die vereinfachten Kontrollen erlauben es TEPCO nun in Bereichen, in denen am 20. Oktober die Grenzwerte eingehalten wurden, im Notfall Wasser in die Umwelt freizusetzen, wenn die Kontrollen an vier Stellen hinter den Barrieren die Einhaltung der Grenzwerte bestätigt.

In allen anderen Bereichen, welche die Voraussetzungen am 20. Oktober nicht erfüllten, ist das Abpumpen des Wassers zur Strahlungskontrolle dagegen weiterhin erforderlich und das Öffnen der Ventile nicht erlaubt. Es ist zu erwarten, dass die neuen Regelungen bereits am Wochenende, beim erwarteten Eintreffen des Taifun “Francisco” erstmals Anwendung finden werden.

Über die Erlaubnis der NRA berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Die Erlaubnis, unterirdische Lagertanks als Übergangslösung zu nutzen, wurde bereits erteilt. Die unterirdischen Behälter waren im April geleert worden, nachdem in einigen Fällen der Verdacht von Leckstellen aufgekommen war.

Taifun-Vorbereitungen von TEPCO laufen : Um dem erwarteten Taifun “Francisco” begegnen zu können, hat der Elektrizitätsanbieter sowohl die Zahl der Pumpen als auch entsprechender Fahrzeuge erhöht. Dennoch hat das Unternehmen die Arbeiten noch nicht abschließen können.

Insgesamt sind 19 zusätzliche Pumpen, von denen jede über eine Leistung von 60 Tonnen Wasser verfügt, als auch 12 entsprechende Fahrzeuge, wie etwa Tankwagen und Feuerwehrfahrzeuge auf dem Gelände der Anlage im Einsatz.

Dennoch sind – Stand 4:00 Uhr Morgens Ortszeit – immer noch nicht alle Ansammlungen von Regenwasser hinter den Betonbarrieren abgepumpt. Das berichtet die NHK.

Das der Kraftwerksbetreiber nicht gänzlich untätig sind, zeigen die veröffentlichten Bilder der Präventivmaßnahmen, die das Unternehmen aktuell trifft.

AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

So werden beispielsweise die bestehenden, 30 Zentmeter hohen Betonbarrieren, die um Gruppen von Lagertanks angebracht sind, um im Fall eines Tanklecks das Wasser zurückzuhalten, derzeit durch Baumaßnahmen gesichert.

Zu diesem Zweck werden Metallplatten auf die Betonbarrieren geschraubt und die Höhe der Barrieren auf diese Weise erhöht.

AKW Fukushima: Aufspannen des Regenschutzzelts am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Aufspannen des Regenschutzzelts am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

An Wassertanks spannt man nun wasserdichte Planen auf, die zeltartig zum Boden hin verlaufen und dabei auch den durch Betonbarrieren gesicherten Bereich abdecken.

Hierdurch gleitet das Wasser an der Plane hinab und kann sich nicht wie bislang am Fuß der Lagertanks ansammeln.

Fotos eines ersten Testaufbaus zeigen das Prinzip des Schutzzeltes.

Die wichtigste Maßnahme bleibt jedoch weiterhin das Abpumpen von bereits angesammeltem Wasser, um im Fall das Taifun Francisco ausreichend Spielraum zu haben.

Fitness von Fukushima-Kindern nimmt ab: Nachdem in Folge der Katastrophe im März 2011 465 Schulen in der Präfektur Fukushima die Aktivitäten im Freien ganz, oder teilweise eingestellt hatten, scheint dies nun Auswirkungen zu haben – auch wenn aufgrund der Dekontamination 90 Prozent dieser Einrichtung ihre Beschränkungen wieder aufgehoben haben.

Sugita-Grundschule in Nihonmatsu, Präf. Fukushima (Foto pd)

Strahlungsangst: Schulen in Fukushima verzichteten auf Sportunterricht (Abb. symbolisch)

Eine im vergangenen Jahr durchgeführte landesweit Bewertung der Körperkraft der Kinder zeigte, dass die Kinder  aus der Präfektur in allen Punkten niedriger lagen, als vor dem Reaktorunglück. Eine weitere Untersuchung zeigte, dass in fast allen Altersgruppe die Rate an übergewichtigen Kindern höher lag, als im landesweiten Durchschnitt.

Die verantwortlichen Behörden erklärten, man werde die Anstrengungen verstärken, besorgte Eltern zu mehr körperlicher Aktivität ihrer Kinder zu bewegen, Ängste zu zerstreuen und mehr Möglichkeiten zur körperlichen Ertüchtigung zu bieten. Das berichtete die NHK.

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AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank (Foto: TEPCO)

Außergewöhnliche Probleme bedürfen außergewöhnlicher Lösungen – dieser Maxime folgt der Betreiber des AKW Fukushima aktuell, wenn er nun erklärt, die einst zum Risiko ernannten unterirdischen Lagertanks zeitweise wieder nutzen zu wollen.

Gleichzeitig wird von der Anlage in Fukushima heute ein zweiter Strahlungsrekord in Folge gemeldet

Details zu den Fukushima News und weitere Meldungen jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Regenfälle zwingen Fukushima-Betreiber zur Nutzung unterirdischer Lagertanks
  • Zweiter Strahlungsrekord in Folge an Fukushima-Abwasserkanal
  • Taifun Francisco auf dem Weg zu Japans Hauptinseln

Regenfälle zwingen Fukushima-Betreiber zur Nutzung unterirdischer Lagertanks: Nachdem es im April 2013 an unterirdischen Lagertanks deutliche Hinweise auf Lecks gegeben hatte, entschied sich Kraftwerksbetreiber TEPCO dazu, die unterirdischen Behälter durch abpumpen zu leeren und auf ihre weitere Nutzung zu verzichten.

AKW Fukushima: Lecksuchmessung an einem unterirdischen Lagertank (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Leckmessung an einem unterirdischen Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)

Heute teilte das Unternehmen mit, man habe mit Erlaubnis der Atomaufsichtsbehörde NRA damit begonnen, das angestaute Regenwasser hinter den 30 Zentimeter hohen Betonbarrieren um die oberirdischen Wasserbehälter herauszupumpen und in drei unterirdische Tanks zu leiten, an denen bislang keine Lecks aufgetreten sind.

Bereits am 16. Oktober hatte TEPCO während des Taifuns “Wipha” als Notfallmaßnahme auf den unterirdischen Tank Nr. 7 zurückgegriffen und dort Regenwasser eingeleitet. Die heute gestarteten regulären Pumparbeiten begannen am unterirdischen Tank Nr. 4 mit einem Fassungsvermögen von 4.000 Tonnen.

Während dieser Regenwassertranfer aus sechs Lagertankgruppen, an denen die Strahlungsbelastung durch Betastrahler zwischen 29 und 970 Becquerel zu hoch ist, um sie durch Ventile in die Umwelt abzulassen durch die NRA gebilligt wird, fordern örtliche Behörden, die unterirdischen Behälter nach Ende der unmittelbaren Gefahr umgehend wieder in oberirdische Lagertanks umzufüllen.

Das Ziel der Aktion – die Wasserstände hinter den Barrieren bis auf mindestens zehn Zentimeter zu verringern – ist durchaus angemessen, hatte doch der Taifun “Wipha” bereits zum Überlaufen von kontaminiertem Regenwasser geführt, das dann möglicherweise den Pazifik erreichte. Auch habe man hinter einer Barriere bis zu 510.000 Becquerel pro Liter an Betastrahlern nachgewiesen.

Um dem erwarteten Taifun “Francisco” besser begegnen zu können, will das Unternehmen die Strahlungskontrolle in angestautem Meerwasser vereinfachen. So soll es nicht erst für Tests in einen Zwischentank gepumpt werden, sondern in zuvor gering belasteten Bereichen, unmittelbar vor Ort durch Arbeiter getestet werden.

TEPCO hofft auf Verständnis der NRA und führt diesbezügliche Gespräche. Man sei generell darauf bedacht, sich an die korrekte Vorgehensweise zu halten, müsse für derartige Extremsituationen jedoch auch Handlungsmöglichkeiten haben. Über die Maßnahmen berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Zweiter Strahlungsrekord in Folge an Fukushima-Abwasserkanal: Erst gestern hatte TEPCO erklärt, mit 59.000 Becquerel pro Liter aus einem Abwasserkanal sei dort der höchste Wert seit Beginn der Kontrollen im August festgestellt worden. Heute wurde dieser Wert durch eine Wasserprobe am selben Messpunkt übertroffen.

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol

AKW Fukushima: Zweiter Strahlungsrekord an Abwassergraben in Folge (Grafik: pd)

In der am gestrigen Mittwoch entnommenen Probe wurde radioaktives Strontium, sowie weitere Betastrahler in Höhe von 140.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen. Der zulässige Grenzwert für Strontium beträgt 30 Becquerel pro Liter.

Zwar befindet sich der Kanal nur in geringer Entfernung zum Standort des mittlerweile demontierten Tanks, aus dem im August etwa 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten waren. Hinweise für ein neues Leck an einem anderen Tank gibt es jedoch nicht.

Der Kanal stellt eine Verbindung zum Ozean dar, daher befindet sich auch der neue Fundort nur 700 Meter von der Stelle entfernt, an der die Abwasserleitung in den Ozean mündet. Um eine weitergehende Kontamination des Meeres einzudämmen wurden bereits Sandsäcke aufgeschichtet, der Betreiber der Anlage räumt jedoch selbst ein, dass dies keine vollständige Schutzmaßnahme darstellt.

Als Erklärung für den zweiten Strahlungsrekord führt TEPCO weiterhin den Umstand an, die schweren Regenfälle hätten das radioaktive Material aus dem umgebenden Boden geschwemmt und in den Abwasserkanal geschwemmt. Über den Fund berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Taifun Francisco auf dem Weg zu Japans Hauptinseln: Die japanische Wetterbehörde rechnet damit, dass der Taifun “Francisco” am Wochenende auf drei der vier Hauptinseln Japans treffen wird. Lediglich Hokkaido, die nördlichste der japanischen Inseln, ist voraussichtlich nicht betroffen.

Karte Japans (Grafik: pd)

Japan: Taifunsorgen auf drei von Japans Hauptinseln (Grafik: pd)

Auf der kleinen Insel Izu-Oshima, südlich von Tokyo, laufen die Evakuierungen. Der vorangegangene Taifun “Wipha” hatte dort zu Erdrutschen geführt und mindestens 30 Menschen das Leben gekostet, 14 werden noch vermisst. Auch die Wetterbehörde rät Bewohnern stark betroffener Gebiete zur Evakuierung.

Der Taifun “Francisco” bringt Windböen von bis zu 180 Kilometern pro Stunde mit sich und so werden für den Süden von Kyushu und Okinawa sowohl Stürme als auch Sturmwellen prognostiziert. Bereits heute wurden für Shikoku und Kyushu Regenfälle zwischen 50 und 60 Millimetern erwartet.

Die Behörden gehen davon aus, dass er sich an der Südküsten entlang bewegen und schwere Regenfälle sowohl in den Westen, als auch den Osten Japans bringen wird. Für die Stadt Tsukumi (Präf. Oita) wurde bereits eine Warnung vor Erdrutschen erlassen. Der noch stärkere Taifun “Lekima” bewegt sich zwar auf die Ogasawara-Insen zu, wird aber voraussichtlich nicht die größte Hauptinsel Honshu erreichen.

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AKW Fukushima: Wasserlache am Ablassventil von Wasserbehälter am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Wasserlache am Ablassventil von Wasserbehälter am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Überschwemmung an mehreren Wassertankgruppen (Abb. symbolisch TEPCO)

Nachdem der erste Schnee auf dem Fuji ein friedliches Wochenende verhieß, kam es am AKW Fukushima aktuell zu Überschwemmungen an Tankbarrieren von bislang ungeahntem Ausmaß.

Daher stellt die Meldung  über diese Ereignisse auf der Anlage in Fukushima heute die Schlagzeile unserer Nachrichten dar.

Einzelheiten zu diesen und weiteren Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Oktober 2013.
Unsere heutigen Themen:

  • Überschwemmung um mehrere Fukushima-Lagertankgruppen
    • Entdeckung
    • Ursache
    • Strontium entdeckt
    • Maßnahmen
    • Folgen
  • Neuer Tritiumrekord in Fukushima-Grundwasser
  • Premier Abe besucht Hafen in der Präfektur Fukushima
  • Dreijährige Verzögerung bei Dekontamination in Fukushima erwartet
  • Sorge vor Taifun Francisco auf Izu-Oshima
  • Wieder Dampf über Reaktor 3
  • Wassertropfen an Lagertank im Bereich H9

Überschwemmung um mehrere Fukushima-Lagertankgruppen: Wie TEPCO am Sonntag mitteilte ist radioaktiv belastetes Regenwasser an insgesamt 11 Tankgruppen über die Betonbarrieren gelangt. Es ist das erste Mal, dass es parallel an so vielen Gruppen zum Überlaufen von Wasser gekommen sei.

In der Vergangenheit hatte man bereits in acht der 11 betroffenen Areale schon Wasser entdeckt, dass über den provisorischen Grenzwerten lag. Im aktuellen Fall sind zudem Wasserlecks am Verbindungsbereich einer Betonbarriere entdeckt worden, in deren Gebiet zuvor schon Konzentrationen über den Grenzwerten festgestellt worden waren.

Entdeckung: Kraftwerksarbeiter hätten am Sonntagnachmittag zunächst die Überschwemmungen an fünf Barrieren festgestellt. Am Abend habe man dann an sieben weiteren Barrieren überfließendes Wasser festgestellt. Eine zunächst gemeldete Zahl von 12 Tankgruppen war von TEPCO später korrigiert worden.

Ursache: Nach Angaben von TEPCO sind die Barrieren 30 Zentimeter hoch. Aufgrund des Taifuns Wipha und der folgenden schweren Regenfälle habe der Wasserstand in einigen Fällen jedoch bereits bei 20 Zentimetern gelegen. Aufgrund der großen Mengen gelingt es Arbeitern täglich nur wenige Zentimeter herauszupumpen. Beim jetzigen Zwischenfall waren die Pumpen nicht mehr ausreichend.

Strontium entdeckt: Nach Meldung von TEPCO sind im Wasser an sechs der betroffenen Barrieren nun Strontiumwerte gemessen worden, die über dem festgelegten Grenzwert liegen. Der höchste gemessene Wert habe 710 Becquerel betragen und sei im Bereich H2 nachgewiesen worden. Der Grenzwert von 10 Becquerel pro Liter wird damit um das 71-fache übertroffen.

Maßnahmen: Man versuche sowohl die Menge an Wasser, als auch die Konzentration radioaktiver Substanzen zu ermitteln. Am Sonntagnachmittag waren über einen Zeitraum von mehr als vier Stunden mehr als 100 Millimeter an Regen gefallen.

TEPCO meldete zudem, dass Arbeiter einen Teil des angestauten Wassers nach Einhaltung der Grenzwerte, in die Umwelt entlassen habe. Bei dem Wasser das unkontrolliert übergelaufen war, sei eine derartige Kontrolle nicht mehr möglich gewesen.

Als direkte Maßnahme werde man die Kontrollgänge an den Betonbarrieren um die Gruppen der Lagerbehälter verschärfen, sowie die Zahl der eingesetzten Pumpen erhöhen.

Um ähnliche Zwischenfälle künftig zu verhindern, sollen neue Betonbarrieren mit einer Höhe von 60 bis 130 Zentimeter errichtet werden. Diese Arbeiten werden jedoch nicht vor Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Folgen: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass kontaminiertes Wasser über Abflusskanäle in den Pazifik gelangt ist. Hierüber berichteten Kyodo, Asahi Shimbun, NHK und jiji.

Neuer Tritiumrekord in Fukushima-Grundwasser: In den am Donnerstag entnommenen Proben eines Messpostens in der Nähe eines Lagertanks, wurde mit einem Wert von 790.000 Becquerel pro Liter ein neuer Rekordwert an radioaktivem Tritium nachgewiesen.

Atomsymbol

AKW Fukushima: Neuer Tritiumrekord in Grundwasser (Grafik: pd)

Damit wird der bisherige Höchstwert von 320.000 Becquerel, der am 10. Oktober nachgewiesen worden war, um das 2,5-fache übertroffen.

Der Messposten war im September, zur Kontrolle des Grundwassers auf radioaktive Substanzen, gebohrt worden. Insgesamt sieben weitere Grundwasserkontrollposten wurden ebenfalls in diesem Zeitraum geschaffen.

Bereits zuvor war in Wasserproben vom 17. Oktober, die am selben Messposten entnommen worden waren, ein Rekordwert für Betastrahler von 400.000 Becquerel pro Litern gemeldet worden (Spreadnews berichtete am 18. Oktober 2013).

Der fragliche Grundwasserkontrollpunkt befindet sich nur 20 Kilometer nördlich vom Tank, aus dem im August etwa 300 Tonnen an stark radioaktivem Wasser ausgetreten waren. Der Bereich konnte nicht vollständig durch Abtragung der obersten Erdschichten dekontaminiert werden, da Schläuche, Rohre und anderes Pumpgerät nördlich des Postens stehen.

Auch im Fall des Tritiumanstiegs, bemüht TEPCO wie bereits bei den gestiegenen Werten an Betastrahlung, die Auswaschung radioaktiver Substanzen durch den Regen des Taifuns Wipha.

Tatsächlich sei es wahrscheinlich, dass das radioaktiv kontaminierte Wasser, das bereits in dem Messposten vor dem Lagertank mit dem gefürchteten Großleck nachgewiesen wurde, für eine Strecke von zehn Metern insgesamt eine Zeitspanne von zwei Monaten benötigte.

Der Darstellung von TEPCO folgend, sei möglicherweise das stark radioaktive Wasser im August aus dem Tankleck in den Boden gesickert und habe sich dann langsam seinen Weg durch das Erdreich bis zum Grundwassermessposten gebahnt, wo es nun, zwei Monate später, nachgewiesen wurde.

Trotz der ungünstigen Position will das Unternehmen nun das kontaminierte Erdreich so weit wie möglich entfernen und stark kontaminiertes Grundwasser heraufpumpen Dieses Wasser müsste dann auf jeden Fall eingelagert werden, da selbst das moderne Multinuklid-Filtersystem ALPS nicht in der Lage ist, radioaktives Tritium zu filtern.

Über den neuen Tritiumrekord berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Premier Abe besucht Hafen in der Präfektur Fukushima: Japans Premierminister Shinzo Abe besuchte am Samstag den Hafen Matsukawaura, der sich in der Stadt Soma befindet. Dort verschaffte er sich einen Eindruck von der Arbeit der Fischer vor Ort.

Japans Premierminister Shinzo Abe im Juli 2013 (Foto: pd)

Japans Premier Shinzo Abe will Fukushima-Fisch bewerben (Foto: pd)

Abe erklärte nach dem Verzehr von Oktopus, der in den Gewässern gefangen worden war, gegenüber den Fischern, ihm sei wichtig, dass die Menschen im ganzen Land wissen sollten, dass die Meeresprodukte aus der Präfektur Fukushima sowohl wohl wohlschmeckend, als auch sicher zum menschlichen Verzehr sind.

Die Regierung werde daran arbeiten, geschäftsschädigende Gerüchte durch Bereitstellung korrekter Informationen zu bekämpfen.

Der Fischfang war erst Ende September wieder aufgenommen werden, nachdem zuvor kontaminiertes Wasser aus dem Atomkraftwerk Fukushima Daiichi  in den Pazifik gelangt war. Über den Besuch berichtete die Kyodo.

Dreijährige Verzögerung bei Dekontamination in Fukushima erwartet: Obwohl die Regierung in Tokyo im Fall von 11 Gemeinden die Verantwortung zur Dekontamination übernommen hat, wird es nach Angaben des Umweltministeriums in sechs Gemeinden bis zu drei Jahre länger dauern als geplant, bevor die Arbeiten abgeschlossen sind.

Dekontamination mit Gebläse am 25. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Dekontamination mit Gebläse am 25. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Insgesamt werden sieben Ortschaften mit der Verlängerung zu kämpfen haben, das Dokument des Umweltministeriums macht jedoch nur Angaben zu sechs von ihnen. Bei den verbleibenden vier Gemeinden sind die Arbeiten dagegen entweder bereits abgeschlossen, oder werden plangemäß bis Ende des Fiskaljahres beendet sein.

Während die unplanmäßige Verlängerung in Minamisoma noch zwei Jahre beträgt, werden in Iitate, Kawamata, Namie, Tomioka und Katsurao drei Jahre mehr benötigt. Entscheidend für die Zeitspanne ist in diesen Fällen die Zahl der Arbeitskräfte. Für Futaba liegt dagegen noch nicht einmal ein Plan zur Dekontaminations vor. nder the new proposal, decontamination in Iitate would

Allerdings wird die Zahl der Arbeiter von den Gemeinden kritisiert. Die Projekte gehen bei ihrer Berechnung von äußerst unterschiedlichen Arbeiterzahlen aus. Diese reichen von tausend pro Tag, bis hin zu mehreren tausend – Einschätzungen die nach Ansicht der Gemeindeverwaltungen unrealistisch sind. Die neuen Pläne sollen nach Meldung der Asahi Shimbun bis Ende des Jahres vorliegen.

Sorge vor Taifun Francisco auf Izu-Oshima: Die Besorgnis, der kommende Taifun Francisco könne auf der verwüsteten Insel noch stärkere Schäden anrichten, veranlasst die Behörden bereits jetzt dazu, erste Maßnahmen zu treffen.

So senkten die Verwaltung des Großraums Tokyo und die nationale Wetterbehörde ihre Kriterien zur Warnung vor Erdrutschen um 20 Prozent, so dass früher Alarm gegeben wird als vorher. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass bereits Taifun “Wipha” zu Erdrutschen geführt hatte und die Hänge durch die Regenfälle destabilisiert sind.

Während Masafumi Kawashima, Bürgermeister der Ortschaft um Entschuldigung für seine Fehleinschätzung bat, trotz der Wetterwarnung keine Evakuierung veranlasst zu  haben, setzten die Rettungsmannschaften die Suche nach Opfern weiter fort. Ihnen ging es am Samstag vor allem darum, das kritische Zeitfenster von 72 Stunden in dem noch Überlebende zu erwarten sind, so gut wie möglich zu nutzen.

Taifun Wipha hat bislang 28 Todesopfer gefordert, von denen 19 identifiziert sind. Es ist zu erwarten, dass die Opferzahl noch steigen wird, da immer noch 18 Personen als vermisst gelten.  Mit Stand vom Samstag gehen Experten davon aus, das “Francisco” einen ähnlichen Weg nehmen wird, wie zuvor Wipha.

Für den Zeitraum von Samstagnacht bis Sonntagmorgen waren bereits weitere Regenfälle für die Insel gemeldet worden. Allerdings konnte am Montagmorgen die Evakuierungsempfehlungen für etwa 2.300 Einwohner aufgrund verbesserter Wetterbedingungen aufgehoben werden. Auch die Sucharbeiten konnten nach einer Unterbrechung weiter fortgesetzt werden. Über die aktuellen Entwicklungen berichteten Kyodo, Mainichi Shimbun, jiji und NHK.

Wieder Dampf über Reaktor 3: Am Samstag belegten die Bilder der Überwachungskamera, das gegen 7:00 Uhr wieder Dampf aus dem fünften Stock des Gebäudes aufstieg. Messungen um 8:10 Uhr ergaben keine ungewöhnlichen Werte im Zusammenhang mit dem Reaktor. Kurz nach 13:00 Uhr konnte kein Dampf mehr festgestellt werden.

Wassertropfen an Lagertank im Bereich H9: Am Sonntag entdeckt ein Angestellter auf einem nächtlichen Kontrollgang gegen 1:00 Uhr, das Wasser aus einem Spalt der Wärmeisolation einer Leitung drang. Diese Leitung führt zu einem Lagertank im Bereich H9.

Die Geschwindigkeit betrage etwa ein Tropfen alle 70 Sekunden. Es habe sich eine Pfütze von 30 x 30 Zentimetern und einer Tiefe von einem Millimeter gebildet.

Die kombinierte Strahlungsbelastung aus Gamma- und Betastrahlung des Wassers habe 0,005 Millisievert pro Stunde betragen. Die Strahlung an der Wasseroberfläche habe sich nicht von der Umgebungsradioaktivität abgehoben. Eine genaue Analyse soll folgen.

Im Bereich H9 befindet sich nach Angaben von TEPCO ein Frischwasserreservoir, in dem Wasser nach der Entsalzung gelagert wird.

Nach Entfernung das Isoliermaterials wurde die mögliche Leckstelle noch zehn Minuten lang beobachtet, jedoch kein weiteres Tropfen festgestellt.

Die Strahlungskontrollen des herabgetropften Wassers ergaben, dass die Ergebnisse alle unterhalb der durchschnittlichen Betastrahlungskonzentration von 100.000 Becquerel pro Liter liegen, wie sie im Lagerbehälter vorherrschen.

Messwerte des Tropfwassers:

  • Cäsium-134: 430 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137: 580 Becquerel pro Lite
  • Gesamt-Betastrahlung: 1.100 Becquerel pro Liter

Aufgrund dieser Umstände geht TEPCO davon aus, dass es sich lediglich um angesammeltes Regenwasser gehandelt habe.

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AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt 1-1 vom 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt 1-1 vom 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt 1-1 vom 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Wieder ist ein Wassertank an der Anlage übergelaufen und auch ein neuer Strahlungsrekord im Bereich eines Abflussgrabens ist am AKW Fukushima aktuell gemeldet worden.

Somit hat der Taifun Wipha zwar keine Katastrophe ausgelöst, Probleme macht der Sturm dem Betreiber der Anlage von Fukushima heute dennoch.

Trotz aller Fukushima News sollte jedoch nicht vergessen werden, dass der Taifun nicht nur das Kernkraftwerk betraf, sondern an anderer Stelle auch Menschenleben forderte und große Zerstörungen anrichtete.

Die Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Lokaler Strahlungsrekord in Fukushima-Abflussgraben
  • Erneut Fukushima-Wassertank übergelaufen
  • Offizielle Taifun-Erklärung von TEPCO
  • Zahl der Taifunopfer steigt auf 22

Lokaler Strahlungsrekord in Fukushima-Abflussgraben: Im Verlauf der Taifun-Kontrollen wurden am gestrigen Mittwoch auch Wasserproben aus einem Abflussgraben entnommen. In der Probe, deren Entnahmestelle sich etwa 150 Meter vom Meer befindet, wurden 1.400 Becquerel an Betastrahlern, wie etwa radioaktivem Strontium-90 nachgewiesen.

Es handelt sich um den bislang höchsten Wert an Betastrahlung, der an dieser Stelle gemessen wurde. Vor Ort werden regelmäßig Proben entnommen und noch am Dienstag hatte der dortige Wert bei 19 Becquerel pro Liter gelegen. Nach Angaben von TEPCO sei nicht auszuschließen, dass das kontaminierte Wasser durch den Graben ins Meer gelangt sein könnte.

Der gesetzliche Grenzwert zum Austritt von Strontium liegt bei 30 Becquerel pro Liter.

Der Kraftwerksbetreiber geht davon aus, dass durch die schweren Regenfälle des Taifuns Wipha radioaktives Material aus dem Boden gewaschen wurde und so zur erhöhten Strahlungsbelastung geführt habe.

Man werde daher den Graben nun reinigen und mögliche Auswirkungen auf das Meer untersuchen. Neben TEPCO berichteten auch jii, Asahi Shimbun und NHK über den Fund.

Erneut Fukushima-Wassertank übergelaufen: Gegen 7:40 Uhr entdeckte ein TEPCO-Angestellter auf den Bildern einer Überwachungskamera, dass Wasser aus einem temporären Wassertank, östlich der Reaktoren 1 und 2 überlief.

AKW Fukushima: Tankkontrollen während des Taifuns Wipha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

AKW Fukushima: Tankkontrollen während des Taifuns Wipha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

In dem Behälter wird übergangsweise Grundwasser, das zu Kontrollen an Messposten heraufgepumpt wird, eingelagert.

Als Reaktion auf den Fund stoppte TEPCO gegen 7:43 Uhr den Pumpvorgang an allen Grundwasserkontrollpunkten in der Nähe.

Das ausgetretene Wasser gelangte nicht in die Umwelt, sondern blieb im Bereich um den Wassertank, dessen unterer Bereich zuvor durch Schutzplanen abgesichert worden war. Das Wasser innerhalb der Barriere wird nun wieder in die Grundwasserpunkte abgepumpt.  Daher könne eine Gefahr für die Umwelt ausgeschlossen werden.

Die Messwerte an den Kontrollposten ergaben keine signifikanten Änderungen.

Einen ähnlichen Zwischenfall hatte es bereits zuvor gegeben. Anfang des Monats wurde durch menschliches Versagen zu viel Wasser in einen Lagertank gepumpt, so dass das darin befindliche radioaktiv kontaminierte Regenwasser überlief (Spreadnews berichtete am 1. Oktober 2013).

Hintergrund: Seit August pumpt TEPCO Grundwasser nach oben, um die Kontamination des Meeres durch radioaktive Abwässer zu verringern. Das Grundwasser kommt aus den Bergen, wird unter dem Gelände der Anlage radioaktiv kontaminiert und gelangt schließlich in den Pazifik.

Um diesen Vorgang und die Effektivität von Schutzmaßnahmen besser einschätzen zu können, wurden an mehreren Stellen Grundwasserkontrollposten eingerichtet, an denen regelmäßig Grundwasser entnommen und analysiert wird. Zu diesen Schutzmaßnahmen zählt derzeit die chemische Aushärtung des Erdbodens. Eine unterirdische Barriere durch Bodenfrostung ist geplant.

Offizielle Taifun-Erklärung von TEPCO: Der Elektrizitätskonzern TEPCO veröffentlichte noch gestern einen offiziellen Bericht, der sich mit Auswirkungen und Gegenmaßnahmen im Fall des Taifuns Wipha befasst, der am gestrigen Mittwoch über das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi fegte.

Taifun Wilpha: Abpumpen im Norden von Bereich B am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

AKW Fukushima: Abpumparbeiten während Taifun Wilpha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

Aufgrund mehrerer Sicherheitsmaßnahmen, wie dem Herablassen von Kranauslegern, der Fixierung von Kabeln, Rohren und Leitungen, sowie der Einstellung aller Arbeiten vor der Küste, sowie Einschränkungen der Arbeiten im Küstenbereich, habe es keine schweren Schäden an der Anlage gegeben.

Auch an den Reaktoren der Kraftwerksanlage sei es nicht zu Zwischenfällen gekommen. Sowohl die Reaktorkühlsysteme, als auch die Kühlsysteme der Abklingbecken und die Wasseraufbereitungsanlage befinden sich alle im Regelbetrieb und zeige keine Auffälligkeiten.

Um zu verhindern, dass sich Regenwasser hinter den Barrieren um die Wassertanks ansammelt, habe man das Wasser abgelassen, nachdem zuvor sichergestellt worden sei, dass der provisorische Grenzwert zur Verklappung eingehalten wird. Dieser Grenzwert wurde von Japans Regierung und TEPCO entworfen und ist sogar strenger als der allgemeine Standardwert zur Verklappung ins Meer.

Während etwa die provisorischen Grenzwerte für Cäsium-134 und Cäsium-137 bei unter 15 bzw. 25 Becquerel pro Liter liegen, betragen sie im Allgemeinen 60 bzw. 90 Becquerel pro Liter. Im Fall von Strontium-90 ist der provisorische Grenzwert auf unter 10 Becquerel pro Liter festgelegt. Der normale Verklappungsgrenzwert liegt bei 30 Becquerel pro Liter.

Fazit von TEPCO: Dank guter Vorbereitung keine schweren Schäden.

 Zahl der Taifunopfer steigt auf 22: Die gestern gemeldete Zahl von 17 Personen, die im Zusammenhang mit dem Taifun Wipha ums Leben kam, ist auf 20 gestiegen. 27 Personen gelten noch als vermisst. Bislang gibt es 83 Verletzte.

Schriftzug: Japanisches Rotes Kreuz (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Helfer arbeiten weiter in Taifun-Katastrophengebiet (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Unterdessen setzten de Rettungskräfte ihren Einsatz weiter fort. Besonders schwer betroffen ist die Insel Izu-Oshima, südlich von Tokyo.

An einer Wetterstation in der Ortschaft Oshima wurden gestern innerhalb eines Zeitraums von drei Stunden 335 Millimeter an Niederschlag gemessen, das ist die zweithöchste Menge seit Beginn der Aufzeichnungen in Japan.

Auf der Insel kam es am Berg Mihara zu einem schweren Erdrutsch. Auf der Westseite ging eine Lawine von 950 Metern Breite und 1.200 Metern nieder, die aus Erdreich und Bäumen bestand. Sie verwüstete ein Gebiet mit einer Fläche von 114 Hektar. Insgesamt 283 Häuser wurden beschädigt, 30 davon schwer.

Über 1.100 Helfer – Feuerwehr, Polizei und Selbstverteidigungsstreitkräfte durchsuchen das Gebiet, auf der Suche nach weiteren Opfern. Für die Überlebenden ist das Leben derzeit schwierig, sind doch in einigen Teilen der Insel nach wie vor Strom und Wasser ausgefallen. Nach Angaben der Behörde für Brand- und Katastrophenschutz wurden mehr als 400 Häuser überschwemmt.

Dagegen muss sich die Verwaltung der Ortschaft Oshima offenbar Fahrlässigkeit  vorwerfen lassen, die zum Tod von Menschen führte.

Obwohl die Japanische Wetterbehörde der Ortsverwaltung neun Stunden vor dem Hereinbrechen der großen Schlammlawinen insgesamt dreimal eine Warnung vor Erdrutschen zukommen liess, wurden de Einwohner nicht durch die Verwaltung zur Evakuierung aufgefordert. Rechtlich besteht keine Grundlage dafür, bei einer derartigen Wetterwarnung auch Maßnahmen zu erlassen.

Nachdem die erste Mitteilung der Wetterbehörde am Dienstag um 18:05 Uhr erfolgte, gab die Verwaltung von Oshima erst am Mittwoch um 3:20 Uhr, nachdem erste Überflutungen gemeldet wurden, den Alarm an die Bevölkerung weiter.

Als Rechtfertigung nannte Bürgermeister Masafumi Kawashima am gestrigen Mittwoch, da es um 3:00 Uhr noch stockdunkel gewesen sei, war man der Ansicht, eine Evakuierungsaufforderung würde nur zu noch mehr Schäden führen. Kawashima selbst war auf Dienstreise und erfuhr kurz nach 3:00 Uhr telefonisch von der Warnung, und traf dann  die Entscheidung.

Über die Folgen des Taifuns berichteten unter anderem Kyodo, jiji. Mainichi Shimbun undAsahi Shimbun.

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Karte Japans (Grafik: pd)

Karte Japans (Grafik: pd)

Japan: Taifunsorgen und neue Leckgefahren (Grafik: pd)

Neben dem Taifun Wipha sieht sich der Betreiber des AKW Fukushima heute auch weiteren Problemen gegenüber. So besteht offenbar das Risiko, auch vermeintlich sichere Lagertanks könnten sich als unsicher erweisen.

Andere Themen die für die Bewohner der Präfektur Fukushima aktuell sind, umfassen unter anderem auch den Anbau von Reis in einem Gebiet mit starker radioaktiver Kontamination.

Einzelheiten der Fukushima News, sowie weitere Neuigkeiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • AKW Fukushima bereitet sich auf Taifun Wipha vor
  • Japan wappnet sich gegen Sturmfront
  • Großleck könnte auch an verschweißten Tanks auftreten
  • Fukushima-Einwohner fordern spätere Aufhebung des Evakuierungsbefehls
  • Uneinigkeit über Demontage von Katastrophentrümmern
  • Reis-Testernte in Sperrgebiet

AKW Fukushima bereitet sich auf Taifun Wipha vor: Nachdem in diesem Monat bereits ein Tropensturm zu Problemen an der Anlage geführt hatte und etwa Wasser über eine Betonbarriere gelangte, will der Betreiber des Kernkraftwerk Fukushima Daiichi nun besonders sichern.

AKW Fukushima: Inspektion und Kontrollgang an den Wassertanks (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Inspektion und Kontrollgang an den Wassertanks (Foto: TEPCO)

Insbesondere geht es darum, die Verbreitung von radioaktiv kontaminiertem Wasser zu verhindern.

Zu diesem Zweck wurden sowohl Pumpen als auch Leitungen für die Reaktorkühling mit Seilen gesichert. Außerdem habe man, zusätzlich zu Standardmaßnahmen, wie dem Abpumpen von angesammeltem Wasser hinter Betonbarrieren, neue Lagertanks dafür reserviert, bei steigendem Wasserpegel bis zu 4.000 Tonnen Wasser aufzunehmen.

Das Unternehmen hat mehr als 50 Arbeiter für die Ableitung des Wassers eingeteilt. Für die Region Tohoku, zu der auch die Präfektur Fukushima zählt, werden derzeit bis zu 300 Millimeter an Niederschlag im Verlauf von 24 Stunden erwartet. Hierüber berichtete die Kyodo, jiji und NHK.

Gleichzeitig warnt der Elektrizitätskonzern die Bürger, man solle bei stürmischem Wetter ein Auge auf die Überlandleitungen haben und bei Schäden an den Leitungen das Unternehmen informieren.

Japan wappnet sich gegen Sturmfront: Nachdem der Taifun Danas sein Werk nicht vollenden konnte, ist die Meldung, dass der Taifun Wipha nicht nur zu einer Reihe schwerer Stürme gehört, die das Gebiet um Tokyo nur alle zehn Jahre trifft, sondern auch den Nordosten Japans treffen könnte, erneut Wasser auf die Mühlen jener, die einen Weltuntergang durch Schäden am AKW Fukushima befürchten.

Tokyo: Wartezeit im Regen am 3, April 2012 (Foto: KJ)

Tokyo: Regenschauer am 3, April 2012 (Symbolfoto: KJ)

Statt Untergangsprognosen hat man vor Ort allerdings konkretere Probleme.

Unter anderem rief die Wetterbehörde dazu auf, sich aus bedrohten Gebieten zu evakuieren, bevor das Wetter dies nicht mehr ermögliche.

Für Mittwoch wird stürmisches Wetter prognostiziert und auch die Zahl schwerer Gewitter, sowie ein Anstieg der Tornadogefahr sind zu erwarten.

Auch Folgeschäden schwerer Regenfälle und starker Winde, wie etwa Überflutungen, Erdrutsche und hoher Wellengang machen es nach Behördenangaben sinnvoll, in Gebäuden zu bleiben und keine Arbeiten im Freien zu unternehmen. Bereits heute wurden 18 Inlandsflüge am Flughafen Tokyo Haneda gestrichen.

Der Taifun bewegt sich gegenwärtig mit einer Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde in nord-nordöstliche Richtung. Die Windgeschwindigkeit in der Nähe des Zentrums beträgt bis zu 126 Kilometer pro Stunde.

Einzelne Windböen erreichen Geschwindigkeiten bis 180 Kilometer pro Stunde.

Für die Präfektur Fukushima gilt, ebenso wie etwa für den Großraum Tokyo, eine Wetterwarnung.

Großleck könnte auch an verschweißten Tanks auftreten: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte bereits erklärt, die Ursache für ein Leck gefunden zu haben, aus dem 300 Tonnen radioaktives Wasser gedrungen waren. Nun stellt TEPCO die Situation genauer dar. Die Atomaufsicht sieht die Situation jedoch noch kritischer.

Fukushima-Wassertanks bleiben Thema für Diskussionen (Foto: TEPCO)

AKW Fukushima: Auch verschweißte Tanks könnten unsicher sein (Symbolfoto: TEPCO)

Die bisherige Erklärung zum Fall des Bolzentanks lautete, es seien Lücken im Boden des Behälters entstanden, als kontaminiertes Wasser aufgrund schlechter Isolierung in die Bolzenlöcher gelangt sei. Dies habe zur Korrosion und damit zur Entstehung der undichten Stellen geführt (Spreadnews berichtete am 9. September 2013).

In einem Gespräch mit der Atomaufsichtsbehörde NRA am heutigen Dienstag, spricht das Unternehmen von Fehlern an der Gummidichtung am Boden des Tanks. Diese könnte sich aufgrund des hohen Wasserdrucks und der Temperaturschwankungen gelöst haben.

TEPCO erklärte, derzeit bestehe keine andere Möglichkeit, da es einen Mangel an verschweißten Tanks gebe.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA wies jedoch darauf hin, dass ein ähnliches Problem auch an Wassertanks mit Schweißnähten auftreten könnte. Das berichtet die jiji.

Fukushima-Einwohner fordern spätere Aufhebung des Evakuierungsbefehls: Frühere Bewohner eines Bezirks der Stadt Tamura, hatten nach Ausbruch der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi ihre Häuser verlassen müssen und wurden evakuiert, da der Bereich zum Teil der 20-Kilometer-Sperrzone ernannt worden war.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Nachdem im April 2012 der Status des Bezirks Miyakoji geändert wurde und aus dem früheren Sperrgebiet offiziell ein Gebiet mit Aussicht auf mögliche Aufhebung der Evakuierungsanordnung, trat im August eine Übergangsreglung in Kraft, die eine dauerhafte Rückkehr erleichtern sollte.

Bei einem gestrigen Treffen mit Vertretern der Regierung in Tokyo, haben die potentiellen Heimkehrer nun allerdings offenbar eine Verschiebung des Termins zur Aufhebung der Anordnung erwirkt. Diese hatte zuvor am 1. November 2013 fallen sollen.

Damit bleibt die Übergangsregelung vorerst bis zum Frühjahr 2014 gültig und eine uneingeschränkte Rückkehr bis zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Das berichtete die jiji.

In Anbetracht der Tatsache, dass der Betreiber des AKW Fukushima für November möglicherweise die Bergung erster Brennelemente aus einem Reaktor der Anlage plant, scheint die Skepsis der Bürger vor einer Rückkehr zu diesem Zeitpunkt durchaus verständlich.

Uneinigkeit über Demontage von Katastrophentrümmern: Nachdem am vergangenen Freitag eine Reihe von Menschen am Stahlgerüst des einstigen Katastrophenzentrums von Minamisanriku der 42 Todesopfer vom 11. März 2011 gedacht hatten, folgen die Vorbereitungen für die Abrissmaßnahmen.

Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)

Ruine des Verwaltungsgebäudes in Minamisanriku (Foto: Hajime Nakano, cc-by)

Eine Umfrage hatte zuvor ergeben, dass viele der einstigen Bewohner das Gebäudeskelett aus emotionalen Gründen nicht als Denkmal erhalten wollen. Auch die Verwaltung entschied sich schließlich aufgrund von Sicherheitsbedenken gegen den ursprünglichen Plan.

Ein Bus, der auf das  Dach eines Gemeindegebäudes in Ishinomaki endete, war bereits im März vergangenen Jahres entfernt worden, da die Bürger nicht länger an die Katastrophe erinnert werden wollten.

Das bekannteste Beispiel dürfte aber das Schiff “Kyotoku Maru Nr. 18 ” sein, das bei Kesennuma bis zu 750 Meter ins Landesinnere geschleudert worden war und dessen Demontage, die im September begonnen wurde, etwa zur Hälfte abgeschlossen ist.

Doch einer Meldung der Asahi Shimbun zufolge, finden diese Maßnahmen nicht die Zuspruch aller Einwohner. Manche wünschen sich einen Ort, an dem sie ihrer Angehörigen und Freunde gedenken können.

Daher gehen die Bestrebungen teilweise sogar in die andere Richtung. So plant beispielsweise die Ortsverwaltung von Otsuchi (Präf. Iwate) das Ausflugsboot Hamayuri wieder auf das Dach eines Touristenlokals zu heben, nachdem es im Mai 2011 von dort heruntergehoben worden war. Für das Projekt, dass die Höhe des Tsunami verdeutlichen soll, begannen im Juli 2012 die Spendenaufrufe.

Auch soll die sechstöckige Teilruine des Taro Hotels in Miyako (Präf. Iwate) erhalten werden. Während der Betreiber sich so eine Touristenattraktion erhofft, will der Bürgermeister das Gebäude als Katastropheninformationszentrum für künftige Generationen erhalten.

Reis-Testernte in Sperrgebiet: Nachdem im vergangenen Jahr auf einem Reisfeld in Iitate die oberste Erdschicht entfernt worden war und die Testpflanzungen im Juni erfolgten, begann man auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit der Ernte.

Eine Reis-Rispe

Testernte in Fukushima-Sperrgebiet (Foto: pd)

Obwohl der Bezirk Nagadoro, in dem sich das Feld befindet, offiziell als “langfristig nicht bewohnbar” klassifiziert wurde, soll die Analyse der Testpflanzung einen ersten Aufschluss darüber geben, ob dort zumindest kommerzieller Reisanbau möglich wäre.

Wie die Bezirksverwaltung erklärte, werde man den geernteten Reis wegwerfen, sobald die Strahlungskontrollen und der Nachweis von radioaktivem Material durchgeführt sind. Das berichtet die NHK.

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