Start Reisen und Touristik Testlauf: Nacktscanner am Hamburger Flughafen

Testlauf: Nacktscanner am Hamburger Flughafen

615
0
TEILEN

Die Körperscanner – besser bekannt als „Nacktscanner“ – kommen nun auch nach Deutschland. Seit Ende September führt der Hamburger Flughafen einen Testlauf durch. Sechs Monate lang werden zwei Geräte im Eincheck-Bereich für einen Probebetrieb eingesetzt.

Wichtig zu wissen: Für Fluggäste ist die Nutzung dieser Geräte freiwillig! Jedem Fluggast, dem die Vorstellung, durch den Nacktscanner abgetastet zu werden, nicht gefällt, kann dieses Vorgehen ablehnen. Nach wie vor stehen die alt bewährten Metalldetektoren für die Überprüfungen zur Verfügung.

Doch wie genau funktioniert diese neuartige Technik, die höchste Sicherheit im Flugverkehr verspricht? Um abgetastet zu werden, muss der Fluggast in eine röhrenförmige Schleusenkammer treten. Das Gerät besteht aus zwei Körperscannern, die die zu überprüfende Person als Art Strichmännchen auf dem Computer Bildschirm der Beamten darstellen und auffällige Gegenstände optisch hervorheben. 

Ein großer Vorteil gegenüber den herkömmlichen Metalldetektoren ist die Tatsache, dass auch Gegenstände und Stoffe, die bislang nicht identifiziert werden konnten, mit dem Körperscanner gefunden werden. Ein Beispiel sind Messer aus Keramik, die ein Passagier am Körper oder in der Kleidung versteckt hat.

Der Körperscanner arbeitet ähnlich wie eine hochauflösende Wärmebildkamera. Die Funktionalität basiert auf dem System der Millimeterwellen. Dabei handelt es sich um elektromagnetische Strahlung, die mit einer Wellenlänge ähnlich dem Infrarotlicht arbeitet.

Durch Eigenwärme werden Millimeterwellen vom menschlichen Körper selbst produziert. Die Scanner müssen die Passagiere aber zusätzlich Millimeterwellen aussetzen, um auf dem Monitor für die Flughafenangestellten aussagekräftige Bilder zu erhalten.

Laut Aussagen des Innenministeriums und des Geräte-Lieferanten, der österreichischen Firma EAS, ist das Vorgehen mit Hilfe der Millimeterwellen gesundheitlich bedenkenlos. Die Abstrahlung der Scanner sei laut EAS 10 000-mal schwächer als die eines Handys.

Die Datensicherheit sei außerdem gegeben. Denn gibt es bei einem Fluggast keine Meldung auf einen verdächtigen Gegenstand, erscheint überhaupt kein Millimeterwellen-Bild. Der Scanner zeigt in diesen Fällen lediglich einen grünen Bildschirm mit der Info „OK“ an. Diese Daten werden auch nicht gespeichert.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here