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Treffen der G-20-Finanzminister

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Am heutigen Freitag treffen die Finanzminister der G-20-Staaten in Südkorea aufeinander. Kern der bis Samstag andauernden Debatte wird das Thema „Abbau außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte“ sein. Vor allem der US-Finanzminister Timothy Geithner hat hierbei eine tragende Rolle, mit der er bei den großen Exportnationen wie Deutschland, China und Japan auf Widerstand stößt.

Die Vereinigten Staaten haben bereits im Vorfeld des Treffens den Vorschlag unterbreitet, dass es künftig für die Industrie- und Entwicklungsländer der G-20-Gruppe klare Grenzen für Leistungsbilanzdefizite oder -überschüsse geben solle. Demnach solle es verpflichtende Vorgaben und Zielgrößen geben, nach denen die Länder mit hohen Exportüberschüssen die heimische Nachfrage mittels Steuererleichterungen ankurbeln sollten. Dies würde eben vor allem China, Japan und Deutschland betreffen.

Im Gegenzug müssten sich Länder mit andauernden Handelsbilanzdefiziten, wie etwa die USA, auf einen Sparkurs und die Förderung ihrer Exportwirtschaft verpflichten. Nach südkoreanischen Medienberichten steht eine Zielgröße für Leistungsbilanzsalden von 4 Prozent des Bruttoinlandprodukts im Raum.

Für diese Idee will Geithner am Freitag und Samstag beim Treffen der G 20-Finanzminister in Südkorea werben. Von Experten werden dem Vorstoß allerdings nur geringe Chancen auf eine Umsetzung eingeräumt. Bereits im Sommer dieses Jahres hatten die G20-Finanzminister einen ähnlichen Vorstoß Geithners abgelehnt.

Die Ungleichgewichte in den außenwirtschaftlichen Handelsbilanzen gelten als einer der elementaren Ursachen für die Wirtschafts- und Finanzkrise. Im Mittelpunkt des G20-Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs wird vor allem auch die aktuell heftig diskutierte Frage der Wechselkurse stehen. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der in Südkorea den erkrankten Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vertritt, warnte vor einem „Währungskrieg“ und Abwertungswettlauf. Er wolle sich auf dem G-20-Finanzministertreffen für ein international abgestimmtes Vorgehen stark machen.

Seiner Meinung nach müssten Wechselkurse die ökonomischen Fundamentaldaten widerspiegeln. Das gelte für alle Währungen, auch für den US-Dollar und den Renminbi (Yuan). Amerika will versuchen, in Südkorea den internationalen Druck auf China zu erhöhen, den Renminbi aufzuwerten. Geithner glaubt, dass die Volksrepublik diesen Schritt eher gehen würde, wenn Impulse von außen kämen und auch andere G-20-Länder ihre Währungen aufwerten ließen.

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