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Überschuldung und Privatinsolvenzen

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Keine Frage, der Aufschwung in Deutschland ist spürbar. Doch ziehen sich die Folgen der Finanzkrise für viele Privatpersonen auch noch bis in wirtschaftlich bessere Zeiten. Das Ausmaß wird teilweise erst jetzt deutlich, die finanziellen Konsequenzen der Verschuldungen der vergangenen Monate dauern lange an. So teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit, dass die Zahl der Privatinsolvenzen im August kräftig angestiegen sei.

Insgesamt meldeten im August dieses Jahres 9543 Menschen eine Privatinsolvenz an. Das sind nach Angaben der Statistikbehörde 21,4 Prozent mehr als im Vergleich zu 2009. In den ersten acht Monaten des Jahres traten 72.751 Verbraucher den Gang zum Insolvenzgericht an, 10,7 Prozent mehr als im Krisenjahr 2009.

Auch in den kommenden Jahren gehen Wirtschaftsexperten davon aus, dass die Zahlen von Privatinsolvenzen vorerst anhaltend hoch bleiben werden. Den Grund dafür sehen die Spezialisten in der Überschuldung der Haushalte. Dabei heiße dies nicht automatisch, dass die Menschen, die in die Privatinsolvenz rutschen, immer mit Hunderttausenden von Euro verschuldet sind. Beträge von rund 10.000 Euro reichen besonders bei den Jüngeren bereits aus, um immer häufiger in langfristig schwierige finanzielle Situationen zu geraten.

Der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge stecken derzeit rund 6,5 Millionen Menschen in  der Schuldenfalle. Das macht 9,5 Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Das Bundesland Hamburg liegt beispielsweise mit 104 Insolvenzen je 100 000 Bürger über dem Bundesschnitt (85), aber noch weit hinter dem Spitzenreiter Bremen (167). Am unteren Ende der Skala finden sich südlichere Bundesländer: Bayern mit 63 Verbraucherpleiten auf 100 000 Einwohner sowie Baden-Württemberg und Thüringen (jeweils 68).

Angesichts der Bedeutung konjunkturell bedingter Insolvenzursachen dürfte sich jedoch nach Einschätzung der Experten im Laufe des kommenden Jahres eine leichte Entspannung ergeben. Denn die Zahl der Privatinsolvenzen folgt den Schwankungen der Arbeitslosenquote üblicherweise mit einer Verzögerung von einem bis zwei Jahren. Somit wäre der positive Trend in mittelfristiger Sicht langsam absehbar.

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