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Unverheiratete Väter punkten bei Sorgerecht

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Vater mit Kind (Foto: pd)
Rechte für unverheiratete Väter gestärkt (Foto: pd)

Eine aus Sicht unverheirateter Väter sicher schon längst überfällige Entscheidung hat den Bundestag mit den Stimmen der Regierungsfraktionen passiert. Zwar wird vielen dieser Väter das Gesetz in der revidierten Form noch nicht weit genug gehen, doch die Chancen für weitere Anpassungen sind nicht schlecht – werden doch inzwischen ein Drittel aller Kinder unehelich geboren.

Bislang sahen sich die biologischen Väter benachteiligt, wenn es um das Sorgerecht der Kinder ging. Denn auch wenn sie bereits eine emotionale Bindung zu dem Kind aufgebaut hatten, war die Rechtssprechung deutlich auf die Person der Mutter zentriert, so dass diese ihrem Partner das Sorgerecht zumeist ohne größere Umstände verweigern konnten.

Beharrte der Mann auf dem Anspruch, so musste er sich auf zermürbende Gerichtsverhandlungen um das Umgangsrecht einstellen – mit oft unbefriedigendem Ausgang, weil Mütter die Zustimmung zum gemeinsamen Sorgerecht einfach verweigerten.

Dies soll nun anders werden:

Künftig sollen unverheiratete Väter leichter ein gemeinsames Sorgerecht zusammen mit der Mutter für das Kind erhalten. Mütter müssen  ihre Ablehnung des Sorgerechts für den biologischen Vater konkret begründen – hierbei geht es ausschließlich um das Wohl des Kindes.

Sollte das Kindeswohl einem gemeinsamen Sorgerecht entgegen stehen, kann dies verweigert werden. Im Streitfall entscheidet das Familiengericht. Im Rahmen der neuen Regelung würde der Rechtsweg für unverheiratete Väter erleichtert und Rechte der Single-Väter deutlich gestärkt.

Nach der Geburt hat zunächst die Mutter die alleinige Sorge, muss aber innerhalb von sechs Wochen Stellung nehmen, wenn der Vater ein Sorgerechtsantrag einfordert. Dadurch ist eine Angleichung der bisher einseitigen Machtverhältnisse zwischen den Partnern gegeben, die zuvor den Mann benachteiligten.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hofft nun auch auf die Zustimmung des Bundesrats, soll doch das neue Gesetz schon in diesem Sommer in Kraft treten.

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