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Ureinwohner bekommen Zahlungen von Pharmaunternehmen

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Aus der psychoaktiven Pflanze Kanna soll demnächst ein Antidepressivum der Pharmafirma HGH auf den Markt kommen. Zum ersten Mal werden Ureinwohner in Südamerika mit einer gesetzliche Lizenz an dem zukünftigen Umsatz mit diesem Heilkraut beteiligt. Rund 10.000 Buschleuten wurden Anteile zugesichert.

Eines der Hauptstreitthemen, auf der Weltkonferenz über biologische Vielfalt ab Montag in Japan, wird die Aufteilung der Gewinne bei Naturmedikamenten sein. Es soll festgeschrieben werden, wie die Nutzung des traditionellen Wissens und die Pflanzen der Ureinwohner vergütet werden soll, wenn sie zur Herstellung von Medikamenten genutzt werden sollen.

Mehr als 500.000 Rand (50.000 Euro) wurden von den beteiligten Firmen, einmalig an Angehörige des San-Volkes gezahlt. Sechs Prozent vom Nettoumsatz sollen zusäztlich gezahlt werden. Die Vorauszahlung übersteigt schon das, was die Ureinwohner je aus dem Gewinn des Hoodia- Kaktus, der als Schlankmacher genutzt wird, bekamen.

Die Kanna-Pflanze ist eine gelbblühende und wasserspeichernde Pflanze und wird seit Jahrhunderten von den Buschleuten auf der Jagd genutzt. Sie verbessert die Stimmung und verscheucht Müdigkeit, Hunger und Durst. Die Blätter der Pflanze werden gekaut und beruhigen die Nerven. Das liegt an dem Wirkstoff Zemrin der in der Pflanze enthalten ist.

Erstmals vergab das Umweltministerium eine Lizenz zur Nutzung einer Heilpflanze und des überlieferten Wissens über ihre Wirkung. Vor drei Jahren legte Südafrika im Rahmen der Internationalen Konvention über biologische Vielfalt fest, dass Firmen, die Pflanzen der Ureinwohner kommerziell nutzen wollen, Lizenzgebühren an diejenigen zahlen müssen, die über das ursprüngliche Wissen darüber verfügen.

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