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Urteil im Prozess gegen „Hells Angel“ in Karlsruhe

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Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde am heutigen Freitag vor dem Landgericht Karlsruhe der Prozess gegen den Vize-Chef (36) der mittlerweile verbotenen „Hells Angels“, Ortsgruppe Pforzheim, mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung weitergeführt.

Tatvorwürfe der Staatsanwaltschaft – Hintergrund der Geschehnisse

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem versuchten Todschlag vor. Der Mann soll im November vergangenen Jahres bei einer Auseinandersetzung zwischen der mit den „Hells Angels“ verfeindete Türstehervereinigung „United Tribuns“ auf einem Parkplatz in Pforzheim auf die rivalisierende Gruppe geschossen haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte den Tod mindestens einer dieser Personen billigend in Kauf genommen hätte. Der Vorwurf wird von der Verteidigung bestritten.

Keiner der Beteiligten wurde durch die Schüsse verletzt, jedoch erlitten drei Menschen bei dem Aufeinandertreffen beider Gruppen mit Macheten und Baseballschlägern so schwere Verletzungen, dass sie in ein Krankenhaus verbracht werden mussten.

Prozessverlauf:  Verteidigung gibt Erklärung ab – Anklage mindert Vorwürfe

Am heutigen Morgen hat der Anwalt des Angeklagten eine Erklärung abgegeben. Sein Mandant sei vor Ort gewesen, habe aber das Geschehen lediglich aus der Ferne beobachtet.

Der bisher erhobene Vorwurf des versuchten Todschlags wurde am Mittag von der Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Dafür soll aber der Angeklagte für dreieinhalb Jahre wegen Besitz einer Schusswaffe und Landfriedensbruch ins Gefängnis.

Der Strafverteidiger forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten, denn schließlich seien die Türstehervereinigung „United Tribuns“ keine „Unschuldslämmer“ und hätten die „Hells Angels“ sogar provoziert.

Das Urteil

Das Landgericht Karlsruhe hat das Urteil gefällt: Der Angeklagte muß für drei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der 36-jährige Vize-Chef der mittlerweile verbotenen Ortsgruppe der „Hells Angels“ Pforzheim der gefährlichen Körperverletzung und des unerlaubten Waffenbesitzes schuldigt gemacht hat. Das Gericht blieb drei Monate unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß.

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