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Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zurückgetreten

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In der heutigen Pressekonferenz  im Verteidigungsministerium erklärte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Rücktritt. Er habe sein Rücktrittsgesuch bereits bei Bundeskanzlerin Angela Merkel eingereicht. Damit zieht zu Guttenberg die Konsequenzen aus der Plagiatsaffäre um seinen Doktortitel.

Zuletzt wuchs der Druck auf den Verteidigungsminister zunehmend. In einem offenen Brief beschwerten sich 50.000 Akademiker über die Plagiatsaffäre, die den Doktortitel in Verruf bringe.

Im Zuge der Proteste distanzierte sich zu Guttenbergs Doktorvater an der Universität Bayreuth, Professor Peter Häberle, von ihm. Auch der Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius hielt den Rücktritt des Verteidigungsministers für unerlässlich: „Eine zweite Chance kriegt Herr zu Guttenberg nur durch seinen Rücktritt„, sagte er im ZDF-„heute journal“.

Die Universität Bayreuth hatte Guttenberg seinen Doktortitel aberkannt, nachdem bekannt geworden war, dass der CSU-Politiker etliche Stellen abgeschrieben und die Quellen nicht genannt hatte. Am Dienstag kursierten erste Gerüchte um zu Guttenbergs Rücktritt, da er dem Druck nicht mehr standhielte.

Um 11.15 Uhr war es dann soweit. Zu Guttenberg trat vor die Kameras und erklärte, dass er zuvor ein freundschaftliches Gespräch mit der Bundeskanzlerin geführt habe, um sie von seinem Rücktritt in Kenntnis zu setzen.

Mit ernster Mine las er seinen offiziellen Rücktritt fast ausschließlich vom Blatt ab. „Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens„, sagte zu Guttenberg. Auch habe er sich bei allen, denen er Unrecht getan habe, entschuldigt. Er kritisierte eine „enorme Wucht der medialen Betrachtung “ seiner Person.

Das Amt, die Bundeswehr, die Wissenschaft und die ihn tragende Parteien drohten Schaden zu nehmen. Es sei eine “ dramatische Verschiebung„, wenn die Verwundungen und der Tod der Soldaten in den Hintergrund gerückt würden, weil man nur ihn als Person in den Vordergrund gerückt hätte.

Zu Guttenberg sei erst jetzt zu einem Rücktritt bereit gewesen, weil er die zuletzt gefallenen Soldaten in Würde zu Grabe habe tragen wollen. Außerdem hätte er seinem Nachfolger ein fertiges Konzept der Bundeswehrreform vorlegen wollen.

Die Bundeswehr habe ihm immer am Herzen gelegen und „wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten„.

Recht ungewöhnlich für einen Politiker war die Aussage:“Ich war immer bereit zu kämpfen. Aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht„. Er stehe zu seinen Fehlern und Schwächen und zu Guttenberg machte deutlich, dass man ein Amt nicht so leicht aufgebe „an dem das Herzblut hängt„.

Zu Guttenberg ziehe die Konsequenzen, die er auch von anderen verlangt habe. Für das fordernde Amt des Verteidigungsministers brauche man ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit. Aufgrund der gegeben Umstände scheint dies für ihn nicht mehr möglich.

12 KOMMENTARE

  1. Für mich war zu Guttenberg schon immer der große Blender. Aber meine Bewunderung ist groß für sein unglaubliches Talent selbst jetzt noch seine Fehler als Tugenden hinzustellen. An ihm ist ein großer Schauspieler verlorengegangen!

  2. Er mag seine Fehler gehabt haben. Aber welcher Politiker hat die nicht. Außerdem finde ich ist zu Guttenberg ein Politiker mit Rückrat!

    • Der Rück-Rat mag ihn bestärkt haben, nun endlich die Konsequenzen aus seinem Fehlverhalten zu ziehen und zurückzutreten. RückGRAT zu zeigen, ist nur sinnvoll, wo Angriffe unberechtigt oder unbewiesen sind. Das war bei ihm – nach häppchenweisen Eingeständnissen – längst nicht mehr der Fall. Jetzt hat er Zeit draüber nachzudenken, dass auch für Superstars der Politik allgemein gültige Anstandsregeln gelten.

  3. Herr Gutenberg war einer der den Mund aufgemacht hat wo es angebracht war,er war der jenige der sagte das unsere Soldaten im Krieg sind und nicht wie andere es verherlicht haben.Wenn man einen los werden will nur weil er zu gut ist dann frage ich mich warum nicht andere zurück treten ?? Macht doch mal eure Augen auf und seht nicht nur was er falsch gemacht hat, ja das mit seiner Doktorarbeit ist nich korrekt aber warum zieht man sich daran hoch , ich möchte nich wissen wieviele das gleiche getan haben von denen die diesen Titel tragen.Seine Arbeit als Verteidigungsminister hat er gut gemacht , um nicht zu sagen sehr gut. Unsere Politiker sollten sich jeder an die eigene Nase fassen und mal nachdenken was sie so alles für Fehler machen.
    So einen wie Gutenberg gibt es kein zweites mal.

  4. Lieber Herr zu guttenberg,

    wir sind heute mit Ihnen am Ihrem schwersten Tag des Lebens bei Ihnen und wünschen Ihnen, dass Sie gut durch diesen schweren Tag hindurchkommen. Wir hoffen, dass Sie in angemessener Zeit die Rückkehr schaffen. Liebe Grüße von

    Prof. Dr.-Ing, Gerhard H. Schildt und Dipl.-Ing. Daniela Kahn

  5. Adel verpflichtet.
    Ehrlich währt am Längsten.
    Vorbilder gibt es sehr sehr wenige. Wir dachten er wäre eins.
    Reiche lernen eben besser, weil viel Geld im Spiel ist?
    Wissen kann man heut’zu Tage kaufen.
    Was wird aus denen, die so eine Schweinerei mitmachen und die Doktorentitel verkaufen oder verschenken???????????
    Diese Uni’s schließen!
    Da ist uns ein Realschulabschluß lieber!!! Weil real!!!
    Was sollen wir unseren Kindern mit auf den Schulweg geben?
    Noten kann man kaufen? Du wirst anerkannt für`s Täuschen und Lügen? Deshalb die Volksverblödung!!!!! Danke Deutschland!
    Viele Grüße von uns, die so einen Schwachsinn nicht verstehen, da wir keine „Doktoren“ sind. Müssen wir das verstehen?
    P.S. Hoffentlich sind die Doktoren in den Krankenhäusern nicht auch so durch die Prüfung gekommen! Dann gute Nacht Deutschland!!!

  6. Nachtrag!
    Bitte melde Dich! Wo bist Du, der sich ebenfalls einen Titel als Doktor oder Professoer gekauft hat. Und an welcher Uni? Wie viel kostet das? Möchte auch eine Professorin sein. Bitte!

  7. Gemäß den Spielregeln, die Guttenberg als Verteidigungsminister zweifelsohne mitgetragen hat, musste er zurücktreten. Es ist prinzipiell auch richtig, wenn Politiker eher strenger bewertet werden, als sogenannte “ Normalbürger“. Umgekehrt vorzugehen wäre jedenfalls keinesfalls tolerabel!
    Dass man allerdings nur das als Vergehen betrachtet, was die Medien zutage befördern,befördert die Glaubwürdigkeit von Spitzenpolitikern sicherlich auch nicht.

  8. Da kommt mal einer mit ein wenig Charisma daher und schon muss er wieder gehen. Ich denke immer noch das Karl-Theodor zu Guttenberg einer der leistungsfähigsten und vertrauensvollsten Politiker im Bundestag ist. Naja, noch ist es nicht zu spät, ich denke das er in 2-3 Jahren mit neuer Kraft zurückkommt und immer noch Regierungschef werden kann.

  9. Meine persönliche Meinung: Endlich ist dieser arrogante Lackaffe zumindest vorerst weg, gänzlich wird sich jemand wie er nicht aus der Politik zurückziehen, dafür ist er viel zu geltungsbedürftig.

    Wer seine Rücktrittserklärung aufzeichnen lässt, anstatt live vor die Kameras zu treten und seine melodramatischen Worte dann auch noch vom Blatt abliest (sein Ghostwriter hat in puncto Pathos gute Arbeit geleistet) beweist zumindest aus meiner Sicht, keinen starken Charakter.

    Seine hohen Umfrageergebnisse verbunden mit dem Lob über seine „gut gemachte“ Arbeit, kann ich persönlich nicht nachvollziehen.

    Dass er beim Truppenbesuch seine Frau im Schlepptau hatte ist angesichts der Tatsache, dass die Soldaten seit Monaten ihre Familie nicht mehr gesehen haben, denkbar schlechter Stil.

    Nun wird die Bundeswehr zwar umstrukturiert – die deutschen Soldaten hat er jedoch nicht aus dem Hexenkessel Afghanistan zurückberufen.

    Dabei handelt es sich beim Afghanistan-Einsatz um eine Mission die von vornherein zum Scheitern verurteilt war, da die örtlichen Stammesführer und die Taliban viel zu gut am Drogenhandel verdienen, als dass sie sich vom „Weltenretter“ USA gewaltsam die westlichen Werte (wie die Demokratie) aufdrücken liessen.

    Die deutsche Regierung trägt dennoch aufgrund politischer und angeblich menschlicher Verpflichtung diesen völlig unsinnigen Kriegseinsatz mit, anstatt den Rückzug zu befehlen. Dort werden Menschen verheizt.

    Natürlich erfolgt so ein Rückzug über Nacht und nicht von heute auf morgen – „gute Arbeit“ des Verteidigungsministers hätte aus meiner Sicht in diesem Fall darin bestanden, den übrigen Staaten die in Afghanistan operieren die kalte Schulter zu zeigen – wer sich vor Ort selbst verheizen lässt, weil er politischen Einfluss in der Region will, ist selbst Schuld.

    Fazit: charakterlich und moralisch zweifelhaft, außenpolitisch inkonsequent, juristisch fragwürdig – eine Person die weder menschlich noch politisch meine Sympathien hat.

  10. Mal gucken ob die BILD Zeitung Ihre Meinung gegenüber Karl-Theodor zu Guttenberg noch ändern wird und auch in die Jagd der allgemeinen Medien mit einsteigt. Ich will nicht das das das Ende seiner öffentlichen Karriere ist und wir Ihn doch noch als Merkels Nachfolger demnächst begrüßen dürfen. Naja, und der gute Herr Professor Lepsius der Guttenberg öffentlich als Lügner bezeichnet, währe mal interessant welcher Partei er angehört, der SPD,den Grünen oder den Linken? Ich bestelle mir jetzt umbedingt 50 Guttenberg Poster und hänge diese in meiner Heimatstadt Berlin auf. Das kann einfach so nicht mehr weitergehen.

  11. Bin mal gespannt ob die BILD Zeitung Ihre Meinung gegenüber Karl-Theodor zu Guttenberg noch ändern wird und auch in die Hetzjagd der allgemeinen Medien mit einsteigt. Ich will nicht das das das Ende seiner öffentlichen Karriere ist und wir Ihn doch noch als Merkels Nachfolger demnächst willkommen heißen dürfen. Egal, und der gute Herr Professor Lepsius der Herrn Guttenberg in aller Öffentlichkeit als Lügner brandmarkt, währe mal interessant welcher Partei er angehört, den Grünen,den Linken, der SPD?

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