Vier Jahrestage sind nicht genug: Blicke auf Fukushima

Vier Jahrestage sind nicht genug: Blicke auf Fukushima

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Artikelbild - Tokyo: Blütenzweige im März 2015 (Foto: Copyright by KJ)
Tokyo: Blütenzweige im März 2015 (Foto: Copyright by KJ)

Der 11. März ist seit den Tohoku-Katastrophen im Jahr 2011 zu einem Tag der Erinnerung geworden. Das bedeutet vor allem die Erinnerung an Opfer und Folgen der Katastrophe.

Es bedeutet für die internationalen Medien aber auch die Erinnerung, sich eines Ereignisses anzunehmen, das in den vergangenen vier Jahren praktisch aus der Berichterstattung verschwunden war.

Lediglich besonders gravierende Entwicklungen brachten sie dazu, ihren Blick für kurze Zeit nach Japan zu richten. Damit geht es Japan wie vielen Nationen, die Katastrophen mit langfristigen Folgen erleiden mussten.

Wir berichten seit vier Jahren wochentags täglich über die Entwicklungen, wobei wir während der Akutphase der Krise einen zeitnahen Ticker anboten und bei besonderen Zwischenfällen auch am Wochenende berichten. Das war nicht immer leicht – sowohl in technischer und personeller, als auch in persönlicher Hinsicht.

Doch die Auswirkungen der Naturkatastrophen vom 11. März 2011 im Allgemeinen und die anhaltenden Probleme bei der Bewältigung der Situation am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi machen es erforderlich, den Blick nicht abzuwenden, sobald ein bestimmtes Datum überschritten ist.

Die zahlreichen Zuschriften unserer Leser zeigen uns, dass es weiterhin ein aufrichtiges Interesse am Thema „Fukushima“ gibt, das sich nicht mit gelegentlichen Sensationsmeldungen, allgemeinen Beschwichtigungen, oder auflagensteigender Panikmache zufrieden geben will.

In Japan werden das Interesse und die Bekanntheit der Ereignisse langsam sinken – das befürchten laut einer Umfrage der NHK zumindest ein Teil der Evakuierten.

Doch Sie, liebe Leserinnen und Leser, zeigen uns, dass die Folgen der Fukushima-Krise nicht allein in den Köpfen einiger Aktivisten präsent sind. Auch wenn die Meldungen nicht immer spektakulär, oder dramatisch sind, werden sie gelesen.

Täglich zu sehen, dass die Erinnerung und das Interesse außerhalb Japans nicht gänzlich verschwunden ist, gibt nicht nur Journalisten und Autoren auf der ganzen Welt die Motivation weiterzumachen – sie sind unserem Verständnis nach auch eine Form von Trost für die Menschen in Japan, mit der anhaltenden Krise nicht im Vergessen zu versinken.

In der Hoffnung auf einen besseren und schnelleren  Wiederaufbau, sowie eine effektiviere Bewältigung der anhaltenden Probleme, gedenken wir der Opfer und vertrauen auf eine bessere Zukunft, die es nun zu gestalten gilt.

Die Redaktion

4 KOMMENTARE

  1. Liebe Spreadnews-Redaktion.

    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich bin seit letztem Jahr mit dabei und finde dieses Lob an eure Leser echt klasse. Man wird ja schnell als nervig abgestempelt, wenn man an einem Thema dran bleibt.

    Fukushima ist zu wichtig. Man darf es nicht vergessen.

    Deshalb auch an euch ein Dankeschön für eure lange Berichterstattung. Macht weiter so!

  2. Ich schließe mich dem Kommentar von Sabine voll und ganz an. Vielen Dank für die konsequente, hartnäckige Arbeit und den Beitrag dazu, das Thema Fukushima im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten! Dies erschwert es dem weltweiten „Atom-Dorf“ zumindest, alles schnell vergessen zu machen. Ich verfolge den Thread nun seit gut drei Jahren und habe ihn bereits oft weiterempfohlen.

  3. auch von mir, herzlichen Dank für Ihre polemikbefreiten Kommentare.

    Sie bleiben neutral, beziehen sich auf Fakten, und lassen alle Leser die Möglichkeit, sich eine eigenen Meinung zu machen.

    Es ist Journalismus.

  4. Vielen Dank, das Ihr weiter berichtet!!!
    Bitte haltet uns Leser weiterhin auf dem Laufenden, denn die Mainstream Medien haben anscheind schon vergessen… Ich erinnere mich an die Tage der Explosionen noch, als wäre alles gestern passiert (Wetterberichte, Strömungsverhältnisse des Oceans, Livebilder etc) und nun…nix mehr..!

    Ich weiß leider auch, das die dortige Bevölkerung nicht so aufgeklärt ist (Folgen etc) wie einige hier bei uns- auch das schiebe ich den Medien zu.
    Drei Bitten dazu 😉 teilt es den Menschen auch dort vor Ort mit, teilt es bitte hier auch immer weiter, und vielleicht könnte man Eure News dazu als Email empfangen?!

    Ich bin stolz auf Eure Berichterstattung, denn solche Disaster dürfen NIEMALS vergessen werden. Danke an Euch – super gute Sache! Wenn ich könnte, würde ich gern was dazu beitragen..

    Anbei, sagt den Menschen vor Ort, ich trage sie alle im Herzen, und wünsche Ihnen, ehrliche Behörden, und wahrheitsgemäße Aufklärung / Berichterstattung. Das Letzte was die Menschen dort brauchen sind Lügen von Tepco oder den Behörden.

    Aufrichtigen Dank in Eure Redaktion

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