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Weltliterat Harry Mulisch verstorben

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Der niederländische Weltliterat Harry Mulisch starb am Samstag im Alter von 83 Jahren in Amsterdam.
Der Sohn einer jüdischen Bankierstochter und eines österreichischen Offiziers wurde 1927  in Haarlem geboren. Harry Mulisch blieb bei seinem Vater, als sich die Eltern 1936 trennten. Als „Reichsdeutscher“ half Harrys Vater als „Mitarbeiter“ bei einer Amsterdamer Bank mit, jüdisches Vermögen zu enteignen. Als Gehilfe der Nazis konnte er zwar seinen jüdischen Sohn und dessen Mutter vor der Deportation retten, schaffte es aber nicht, Groß-und Urgroßmutter vor der Gaskammer zu bewahren.
Der Schriftsteller wuchs in der furchtbarsten Zeit des vorigen Jahrhunderts auf. „Ich habe nicht nur den Krieg erlebt, sondern schlimmer, ich bin der Krieg“, sagte er.
Harry Mulisch gehört zu den großen Namen der Literatur. Über Jahre hinweg war er als Anwärter für den Nobelpreis für Literatur im Gespräch.
Vor über 65 Jahren erschien sein erstes Buch „Archibald Strohalm“. Seitdem gehört Harry Mulisch zu den großen Schriftstellern der Weltliteratur.
Der Protagonist in seinem Debütroman ist ein schrulliger Puppenspieler im Zweiten Weltkrieg, dessen Puppentheater am Ende des Buches in „Schutt und Asche“ liegt.
Bis zu seinem Tod schrieb Harry Mulisch unzählige Bücher. Mit den beiden Büchern „Die Entdeckung des Himmels“ und  „Das Attentat“ stieg er in den Kreis der Anwärter für den Literaturnobelpreis auf.
2002 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für seinen literarischen Beitrag zur Versöhnung zwischen Deutschen und Niederländern. Er erlag nun seiner Krebserkrankung.

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