Start Panorama Weltrekordversuch von Felix Baumgartner scheitert an starken Winden

Weltrekordversuch von Felix Baumgartner scheitert an starken Winden

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Felix Baumgartners Ärmelkanal-Flugausrüstung (Foto: Sporthotel Achtental cc-by)
Ein Beispiel seiner Tollkühnheit: Felix Baumgartners Ärmelkanal-Flugausrüstung (Foto: Sporthotel Achtental cc-by)
Felix Baumgartners Ärmelkanal-Flugausrüstung (Foto: Sporthotel Achtental cc-by)
Ein Beispiel seiner Tollkühnheit: Felix Baumgartners Ärmelkanal-Flugausrüstung (Foto: Sporthotel Achtental cc-by)

Als erster Mensch will der 43 jährige österreichische Extremsportler Felix Baumgartner am 9. Oktober 2012 im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Fünf Jahre hatte sich Baumgartner darauf vorbereitet.

In einem mit Helium gefüllten Ballon will sich der Extremsportler auf 36 Kilometer Höhe ziehen lassen um dann im freien Fall, mit 1234,8 Kilometern pro Stunde, auf die Erde hinunterspringen.

Der Österreicher will dabei nicht weniger als fünf bestehende Weltrekorde brechen:

  • höchste bemannte Ballonfahrt
  • höchster Absprung
  • längster freier Fall (Dauer)
  • längster freier Fall (Distanz)
  • größte im freien Fall erreichte Geschwindigkeit

Bereits der Aufstieg mit dem Ballon dauert zwischen drei bis vier Stunden. Allein das Betanken des Ballons nimmt eine Stunde in Anspruch.

Aktueller Stand des Stratosphärensprung-Projekts:

Bisher wurde der Countdown von Baumgartner in Rosswell, New Mexico, heute schon zum zweiten Mal, wegen starker Winde, die in 60 bzw 100 Metern Höhe herrschten, verschoben.

Minütlich werden vom Kontrollzentrum in Rosswell Wetterdaten überprüft und melden endlich um 16:40 Uhr MESZ, dass sich die Windverhältnisse etwas gebessert hätten.

Die Chance für einen Start stehen 50:50 und der früheste Startzeitpunkt möglicherweise gegen 19:30 Uhr MESZ erfolgen würde.

Gesundheitliche Vorbereitungen: Sollte es tatsächlich noch zum Start kommen, so wird Felix Baumgartner vorher nur noch reinen Sauerstoff einatmen, um den Stickstoffgehalt seines Körpers zu senken. Beim Verbleib einer zu großen Menge Stickstoff im Körper, würde dieser sich ausbreiten und Gefäße im freien Fall platzen lassen, ähnlich der bekannten Dekompressionskrankheit, oder auch  „Taucherkrankheit“ genannt.

Noch sind die Windverhältnisse zu ungünstig, denn das Risiko durch starke Winde ins „Trudeln“ zu geraten, wäre für den Extremsportler lebensgefährlich.

Um 17:06 Uhr MESZ wird der Ballon von Arbeitern ausgerollt und die fast 200 Meter lange Hülle soll von Technikern betankt werden. Aufgeblasen hat der Ballon einen Durchmesser von 129 Metern.

Felix Baumgartner hat die Zeit bis zum Countdown schlafend in einem Wohnwagen verbracht und ist um 17:25 Uhr MESZ nach fünfstündiger Verspätung dabei, seinen Druckanzug anzuziehen. Der Anzug steht unter einem Druck von 0,24 Bar und hält eine Temperatur von bis zu minus 68 Grad aus. Ausserdem befindet sich an seinem Druckanzug unter anderem ein spezielles Fallschirmsystem. Baumgartner wird ihn erst öffnen, wenn die Fall-Spitzengeschwindigkeit von 1100 km/h auf 220 km/h  von der Luft abgebremst wird.

Mittlerweile ist es in Rosswell fast windstill geworden – es wird bis zum Start noch etwa eine knappe Stunde dauern. Es ist 18:51 Uhr MESZ.

18:54 Uhr MESZ Felix Baumgartner betritt die Kapsel, die sich unterhalb des Ballons befindet. Kleine Startverschiebung – der Aufstieg in die Stratosphäre wird um ca. 20:15 Uhr erfolgen. Erneut eine Zeitverzögerung. Obwohl die Betankung des Ballons schon hätte beginnen sollen – mittlerweile ist es 19:40 Uhr MESZ, meldet der Kontrollraum die Verzögerung des auftankens.

Die Verzögerung hatte gute Gründe: Zunächst gab es technische Probleme mit dem Funk – dies führte zu einer Unterbrechung bei der Befüllung des Ballons.

Um 19:41 Uhr MESZ hiess es aus dem Kontrollraum: „Cancel for the mission today“.

Nun ist es offiziell: Der Versuch wurde wegen stark auffrischender Winde abgebrochen. Felix Baumgartner, der fast eine Stunde reinen Sauerstoff eingeatmet hatte und in seinem schweren Raumanzug schon in der Kapsel saß, ist offensichtlich verärgert. Er steigt aus der Kapsel und ist bitter enttäuscht.

Wann es zum erneuten Weltrekordversuch kommt, ist zur Zeit nicht bekannt.

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