Start Technik Wikileaks: Assanges Auslieferung – Verhandlungsbeginn

Wikileaks: Assanges Auslieferung – Verhandlungsbeginn

744
0
TEILEN

Unterstützer des Wikileaks-Sprechers Julian Assange haben mit Spannung das Ergebnis des ersten Tags der Auslieferungs-Verhandlung zwischen Großbritannien und Schweden verfolgt, wird doch vom skandinavischen Land die Auslieferung Assanges aufgrund angeblicher Sexualdelikte gefordert.

Die Anklage, vertreten durch Clare Montgomery erklärte, die schwedische Staatsanwaltwschaft verfüge über die erforderlichen Befugnisse für eine Auslieferung.

Die Behauptung der Verteidigung, die schwedische Justiz wolle ihren Mandanten lediglich befragen, weshalb eine Auslieferung nicht gerechtfertigt sei, wurde mit dem Verweis zurückgewiesen, man werfe Assange vor, Sex ohne Einvernehmen der Partnerinnen gehabt zu haben, was  ausreichend für eine Strafverfolgung sei.

Bezugnehmend auf die Befürchtungen des Wikileaks-Aktivisten, es drohe ihm in Schweden eine Auslieferung in die USA erklärte Montgomery, es handele sich dabei bislang ausschließlich um Gerüchte.

Die Verteidigung
, vertreten durch Geoffrey Robertson versuchte in seiner Argumentation den Ausweisungsantrag als juristisch unzulässig darzustellen.

In der schwedischen Anklageschrift sei nicht explizit der Umstand erwähnt worden, der Sex habe ohne Einwilligung der angeblichen Opfer stattgefunden, eine derartige Formulierung sei jedoch nach britischem Recht notwendig, da sonst juristisch keine Vergewaltigung und daher auch keine gültige Anklage bestehe.

Auch bestritt die Verteidigung in einer umfangreichen Ausführung, dass die schwedische Staatsanwaltschaft überhaupt die Befugnis zur Ausstellung eines „europäischen Haftbefehls“ habe, somit sei dieser ebenfalls ungültig.

Auch auf die Unverhältnismäßigkeit einer Ausweisung wies die Verteidigung hin. Während etwa eine der Klägerinnen lediglich telefonisch befragt sein sollte, sei das Angebot Assanges im Rahmen einer Videokonferenz oder durch die britische Polizei befragt zu werden, von Schweden abgelehnt worden.

Das Recht des Mandanten auf einen fairen Prozess sei zudem durch den Ausschluss der Öffentlichkeit, wie dies bei Verhandlungen bei Sexualverbrechen in Schweden üblich ist, gefährdet.

Als erste Zeugin der Verteidigung erklärte die schwedische Ey-Richterin Britta Sundberg-Weitman die zuständige Staatsanwältin Marianne Ny sei bereits mit der  Öffentlichmachung der Ermittlung einen fragwürdigen Weg gegangen, da die Allgemeinheit in Schweden Assange gegenüber massiv voreingenommen sei.

Im Laufe der Befragung wurde der Ton schärfer und unter dem Druck nahm nicht nur die Sprachbarriere spürbar zu, auch entstand der Eindruck, Sundberg-Weitman habe ihre Informationen erst aus zweiter oder dritter Hand.

Als letzter Zeuge dieses Tages war dann Göran Rudling befragt worden. Bei ihm handelt es sich um den Blogger der angeblich die Rache-Anleitung gegen frühere Partner sowie die gelöschten Tweets im Netz gefunden haben soll.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here