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Wikileaks: US-Regierung will Zugriff auf Twitter-Nutzerdaten

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Die US-Regierung zeigte sich im Konflikt mit der Whistleblowing-Plattform bislang meist im Nachteil, konnten doch etwa die Veröffentlichung von Material bislang nicht verhindert werden. In ihrer Hilflosigkeit beginnen die Justizbehörden nun einen Frontalangriff und fordern bei Internetdiensten die Daten von Wikileaks-Unterstützern ein.

Per Gerichtsbeschluss versucht die US-Regierung nun beim Mikroblogging-Dienst Twitter die Herausgabe von privaten Nachrichten, Kontaktinformationen und ähnlichen Daten der Twitter-Accounts von mindestens vier Wikileaks-Aktivisten,  darunter auch Wikileaks-Sprecher Julian Assange, zu erwirken.

Dem Kurznachrichtendienst war zudem per Anordnung untersagt worden, Betroffene über diese Maßnahme zu informieren, diese Forderung konnte von Twitter jedoch gerichtlich abgewendet werden.

Nach Einschätzung von Wikileaks handelt es sich bei Twitter nicht um den einzigen Anbieter, der von Regierungsbehörden eine entsprechende Aufforderung zur Aushändigung von Nutzerdaten erhielt.

Vermutlich seien auch weitere US-Internetfirmen wie etwa das soziale Netzwerk Facebook, oder der Suchmaschinenkonzern Google mit derartigen juristischen Druckmitteln konfrontiert worden.

Die Aufforderung der Whistleblowing-Plattform an die Unternehmen derartige Gerichtsbeschlüsse zu veröffentlichen, blieb bislang sowohl von Facebook, als auch von Google unkommentiert. Besonders Google war jedoch in dert Vergangenheit immer darauf bedacht keine Daten auszuhändigen, da dies dem Ruf des Unternehmens schaden würde.

Zu den Personen deren Daten und Kontaktinformationen ebenfalls von der US-Regierung eingefordert werden, sollen auch der Hacker Rop Gonggrijp (NL), Jacob Appelbaum, Programmierer beim Tor-Projekt (USA) und der in Haft sitzende Soldat Bradley Manning (USA), dem die Weitergabe des Videos „Collateral Murder“ vorgeworfen wird, gehören.

Julian Assange meldete sich aus Großbritannien und brachte die USA in politische Nähe mit dem Iran. Die Unruhen der Opposition im Jahr 2009 waren zum grißen Teil über Twitter organisiert worden:

„Wenn die iranische Regierung versuchen würde, diese Informationen über Journalisten und Aktivisten anderer Länder mit Zwang zu beschaffen, so würden Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt protestieren“, wurde Assange zitiert.

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