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Wintertief: Schwache Konjunkturaussichten

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Die Weltwirtschaft schwächelt. Dies hat auch negative Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur. So gab die Bundesbank heute in ihrem neuen Monatsbericht bekannt, dass für das Winterhalbjahr 2011/2012 mit eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums zu rechnen sei.

Die schlechte Prognose bezieht sich vor allem auf die deutsche Industrie. Denn hier werde aufgrund der niedrigen Nachfrage nicht mehr so viel produziert wie noch im Sommer. Denn trotz der weltweiten Schuldenkrise und der Aufregungen an den Börsen hat sich das Wachstumstempo in den Sommermonaten stark zum Positiven entwickelt.

Noch für den September stehen die Konjunkturindikatoren gut. So prognostizieren die Wirtschaftsexperten der Bundesbank für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für die Monate Juli bis September ein Plus von rund 0,5 Prozent.

Dennoch, die Experten sind trotz der jetzigen positiven wirtschaftlichen Lage davon überzeugt, dass sich die Stimmung zum Ende des Jahres hin wieder drastisch abkühlen wird. Anfang kommenden Jahres, so heißt es aus den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten, soll es dann wieder leicht aufwärts gehen.

Schon jetzt spüren Branchen wie beispielsweise die Luftfahrt einen Rückgang ihrer Wirtschaftskraft. Vor allem die hohen Kerosinpreise machen der Logistikbranche und auch der Luftfahrt sehr zu schaffen. Auch die Schienengüterverkehrsparte der Deutschen Bahn erfüllt laut Aussage aus Unternehmenskreise die Gewinnerwartungen für das aktuelle Geschäftsjahr nicht.

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband berichtet, dass es im dritten Quartal „eine erste Abschwächung“ gegeben habe. Die deutschen Lkw-Spediteure bekommen hautnah zu spüren, was es heißt, wenn die Nachfrage nachläst. Demzufolge ordern sie keine neuen Lastwagen wie Transporter oder Busse mehr. Dies wiederum hat negative Auswirkungen auf die Produktion der Lkw-Hersteller.

So wird der schwedische Lkw-Hersteller Scania ab November in den europäischen Werken 15 Prozent weniger produzieren. Bei MAN hat man auf eine leichte Abschwächung der Bestellungen damit reagiert, dass einzelne Schichten in europäischen Werken abgesagt worden. Auch der Nutzfahrzeughersteller Iveco hat seine Produktion bereits gedrosselt. Erfahrungsgemäß sind Lkw-Hersteller und Spediteure Frühindikatoren für Konjunkturschwankungen.

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