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Wirtschaftliche Folgen des Erdbebens in Japan

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Das tragische Ausmaß des schwersten Erdbebens in der Geschichte Japans lässt sich auch zwei Tage nach den Erdstößen noch nicht konkret ausmachen. Die Rettungsaktionen sind im vollen Gange und die Regierung Tokios ist bemüht, die Konsequenzen der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima so gering wie möglich zu halten.

Als seien das Land und die Menschen damit nicht schon genug gebeutelt. Auch die japanische Wirtschaft leidet unter der durch das Beben und den darauf folgenden Tsunami verursachte Zerstörung.

So mussten diverse Unternehmen, die ihre Werke und Fertigungsanlagen im betroffenen Nordosten des Landes haben, ihre Produktion stoppen. Vor allem sind die Autobauer Japans in Zugzwang geraten. Toyota, Honda und Nissan haben zahlreiche Standorte in dieser Region und können derzeit noch nicht absehen, wann sie ihre Produktion vor Ort wieder aufnehmen werden.

Denn im herrschenden Chaos kann niemand genau absehen, wie es um den Zustand von Infrastruktur und Energieversorgung steht. Zerstörte Straßen, blockierte Schienen und beschädigte Seehäfen in der Katastrophenregion erschweren oder verhindern den logistischen Ablauf der Produktionsketten. Und auch der Stromausfall hat zum Stillstand der Fertigungsbänder geführt.

Die Ausfälle in der Autoproduktion werden sich stark bemerkbar machen, ist die japanische Wirtschaft doch sehr vom Export aus der Autoindustrie abhängig. Doch auch andere japanische Unternehmen sind von den Auswirkungen des Bebens betroffen. So meldete der Elektronikkonzern Sony, dass er sechs Werke, die sich in dem nordöstlichen Gebiet Japans befinden, vorläufig schließen musste.

Auch der Rohstoffmarkt ließ erkennen, dass die Ausmaße und wirtschaftlichen Folgen dieser Naturkatastrophe erheblich sind. Zum ersten Mal seit den Unruhen in der arabischen Welt ist der Ölpreis gesunken. Als Grund ist die Tatsache zu nennen, dass Japan nach China und den USA der weltweit drittgrößte Verbraucher von Rohstoffen ist.