XXII. Olympische Winterspiele in Sotschi 2014

XXII. Olympische Winterspiele in Sotschi 2014

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Artikelbild - Blick auf Sotschi am Schwarzen Meer (Foto: pd)
Ungewöhnlicher Austragungsort für ungewöhnliche Spiele: Sotschi am Schwarzen Meer (Foto: pd)

Während die Einen von den teuersten Spielen aller Zeiten sprechen, sind es für die Anderen die wahrscheinlich politischsten und umstrittensten Spiele der Neuzeit. Doch trotz aller unangenehmen Vergleiche mit den Spielen von Peking und jenen von 1936 in Berlin, fanden sich etwa 40.000 Menschen unter den auffordernden“Dawai, Dawai„-Rufen der Ordner im Stadion ein.

Die Eröffnungsfeier und die darauf folgenden Spiele werden in 200 Ländern übertragen, das sind in etwa drei Milliarden Fernsehzuschauer.

Immer präsent sind dabei die drei offiziellen Maskottchen dieser Winterspiele: Leopard, Hase und Eisbär. Alle drei Tiere zieren verschiedene offizielle Merchandising-Produkte und auch die  Olympia-Briefmarken, die erworben werden können.

Wir berichten in einem Live-Ticker nach MEZ-Zeit. In Sotschi, einem ehemals kommunistischen Kurort im Kaukasus, ist es drei Stunden später, also 20:14 Uhr.

17:14 Uhr: Beginn der offiziellen Olympischen Eröffnungsfeier ! Lichter sind ausgegangen. Auf einer riesigen Fläche erscheint das russische Alphabet. Zu jedem der kyrillischen Buchstaben werden die Teilnehmerländer vorgestellt. Unter dem Gesang eines Chors beginnt ein Flug über verschiedene Symbole der traditionellen Landschaften Russlands – russische Geschichte in 18 Kapiteln.

In weißen Kostümen marschieren symbolisch Vertreter aller Völker Russlands in Trachten ein und stellen sich auf.

17:24 Uhr: Auch ohne Terroranschlag: Eine kleine Panne, bei der einer der fünf Olympischen Ringe, nicht wie geplant öffnet.

17:25 Uhr: Es folgt die russische Nationalhymne, gesungen von einem bekannten Männerchor, der auch oft im Kreml gastiert. Gestalten in den drei Nationalfarben stellen sich in langen Reihen auf. Erinnert stark an Militäraufmärsche – jetzt wird die russische Flagge gehisst. Die Kostümierten symboliseren durch ihre Bewegungen das Wehen der russichen Flagge.

Es folgt eine Einblendung des Weges, den die Olympische Flamme nach Sotschi genommen hat. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

17:31 Uhr: Zurück im Stadion. Es folgt eine Neuerung in der Aufführung.

Es erfolgt die Einblendung der Länder auf der Erdoberfläche. Die Nationen werden nun dem kyrillischen Alphabet folgend einmarschieren.

Griechenland läuft ein – in schönem blau. Fahnenträger ist Panagiota Tsakiri. Direkt gefolgt von Australien, als Fahnenträger der Snowboarder Alex Pullin.  Österreich, mit Fahnenträger Mario Stecher –  natürlich in rot, kommt ins Stadion. Es ist das fünftgrößte Team.

Nach der beeindruckenen Parade der Österreicher, folgt eine kleine Gruppe aus Aserbaidschan mit Skiläufer Patrick Brachner als Fahnenträger – danach kommt Albanien, mit Erjon Tola.

Unter den Klängen von DJ Rodenko, läuft Andorra mit Skiläuferin Mireia Gutierrez ein. Die Delegation mit Fahnenträger Cristian Simari Birkner, aus Argentinien folgt kurz darauf.

Armenien in rot-schwarz marschiert in das Stadion. Fahnenträger Sergey Mikayelyan.  Mit fünf Sportlern, darunter Fahnenträger Peter Crooks, laufen die Virgin Islands ein.

Als nächstes kommen die Athleten aus Weißrussland mit Alexey Crishin, –  Belgiens Fahnenträgerin ist Hanna Emilie Marien,folgt.

Vier Athleten von den Bermudas – natürlich in Shorts. Tucker Murphy trägt die Fahne. Danach Bulgarien Skiläuferin Maria Kirkowa als Fahnenträgerin –  dann mit Zana Novacovic  Bosnien-Herzegowina.

In lebendigem gelb, laufen brasilianische Sportler mit Fahnenträgerin Jaqueline Mourao ein. Nach ihnen kommen Athleten aus Mazedonien mit Dario Damjanovsky – unmittelbar gefolgt von einer großen Delegation mit Fahnenträger Jon Eley, aus Großbritannien,
Ungarns Team präsentiert sich mit Fahnenträgerin Bernadett Heidum, in weiß.

Enthusiastisch zeigt sich der Fahnenträger Antonio Pardo, aus Venezuela – danach marschieren die Virgin Islands ein. Fahnenträgerin ist Jasmine Campbell.

Es kommt Deutschland, mit Maria Höfl-Riesch als Fahnenträgerin. Die Athleten zeigen sich demonstrativ in Regenbogenfarben.

Hongkong folgt. Die Fahne trägt Pan To Barton Lui.

Georgiens Team zieht mit Fahnenträger Nino Tsiklauri ein. Es gab die Frag,, ob Georgien nach dem Krieg mit Russland überhaupt teilnehmen würde.

Dänemark und Dominica hinter Georgien. Für Dänemark trägt die Curlerin Lene Nielsen – für Dominica Gary di Silvestry die Fahne.

Die Delegation mit Fahnenträger Vladislav Bykanow, aus Israel kommt ins Stadion.

Iran läuft ein, in der islamischen Farbe grün und mit Fahnenträger Hossein Saveh Shemshaki – schnell folgt Irland mit Fahnenträger Conor Lyne. Das undefinierbare Grün der Kleidung wirkt militärisch.

Island ist mit fünf Athleten und Savear Birgisson vertreten – Spanien erscheint bordeaux-rot im Stadion. Fahnenträger ist Javier Fernandez.

Lauter Jubel geht durch das Stadion, als Italien mit Fahnenträger Armin Zöggeler hereinkommt.

Kasachstan in traditionell wirkendem Kostüm. Die Fahne trägt Yerdos Akhmadiyev – In kurzen Hosen drei Athleten und Fahnenträger Dow Travers von den Cayman-Islands. Im Kontrast dazu, nun die gigantische Delegation mit Fahnenträger Hayley Wickenheiser,  aus Kanada.

Zypern folgt mit fünf Athleten – die Kirgisen schließt sich an. Für Zypern trägt Constantionos Papamichael und Kirgisien Dmitri Trelewski die Fahne.

Die Chinesen winken mit chinesischen und russischen Fahnen und Jian Tong. Sie nehmen sich Zeit um in die Menge zu winken. Die Ordner drängen sie weiter.

In eidottergelb und Fahnenträger Sandis Ozolins die LettenLibanon, mit Fahnenträger Alexandre Mohbat – danach Litauen in gelb-grün und Deividas Stagniunas trägt die Fahne. Kleine Delegation mit Tina Weirater aus Lichtenstein – dann Luxemburg in klassischem Winterblau und Kari Peters als Fahnenträger.

Drei Sportler aus Malta,  – sechs Athleten aus Marokko –  und drei Sportler aus Mexiko. Für Malta trägt Elise Pellegrin die Fahne.

Moldavien kommt in blau-weißer Kleidung – Vier Sportler aus Monacco – mit gewinnendem Lächeln läuft die Mongolei ein.

Unabhängige olympische Teilnehmer kommen – danach Nepal mit vier Sportlern.

Niederlande: natürlich in klassischem Orange – Neuseeland gut gekleidet in edlem schwarz-weiß – 118 Athleten aus Norwegen, in hellblau und weiß.

Vier Pakistani kommen ins Stadion – Paraguay, das erste Mal dabei – Peru läuft ein.

Polen, gut vertreten, fast ganz in weiß –Portugal mit fünf Sportlern.

Südkorea kommt. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon winkt von der Tribüne.

Die Rumänen sind die nächsten Gäste – Vier Sportler aus San MarinoSerbien zum zweiten Mal mit acht Athleten dabei.

70 Slowaken marschieren ein – Slowenien, mit Tina Maze, Peter Prevc und andere bekannte Wintersportler kommen.

USA läuft unter höflichem Applaus ein – Tajikistan in rot-weiß und Thailand mit sieben Sportlern kommen.

Taipeh in schönem blau – danach Timor, zum ersten Mal dabei.

Togo in grau und bananengelb – mit Tonga ein weiterer Exot und bunten, an Hawaiihemenden erinnernden, Anzügen.

Türkei: Erdogan applaudiert von der Bühne. Türkei, zum 16.Mal dabei

Drei Sportler aus Usbekistan – Große Mannschaft aus der Ukraine erhält tosenden Applaus.

Vier Männer von den Philippinen – es folgt die Wintersportnation Finnland.

Ein Griff ins modische Klo leistete sich Frankreich in einer tristen grau-braun Kombination.

Was für eine Erholung: Kroatien in klassischem schwarz-weiß.

Montenegro mit einer sehr kleinen Mannschaft. Tschechien mit weißen Jacken und blauen Hosen. Chile in rot-grau.

Eine umfangreiche Delegation in rot-weiß aus der Schweiz. Die klassischen Ikea-Farben der Schweden. Estland läuft ein – mäßiger Applaus. Jamaika ungewohnt unbunt.

Japan mit 113 Athleten, schwenken ebenso wie zuvor China, russische Fahnen. Premierminister Abe winkt von der Tribüne.

Nun können die Russen sich selbst feiern: Russland. Jetzt singt t.A.T.u. das Lied:“Ihr kriegt uns nicht“.

Russland ist nun doch die größte Mannschaft. Sie haben Athleten nachnominiert.

18:25 Uhr: Alle Athleten sind versammelt.

18:29 Uhr: Die drei Maskottchen kommen mit Wintersportgeräten auf das Eis und drehen ein paar Runden.

18:30 Uhr: Es folgt ein kleiner filmischer Abriss -von der Antike bis zur Gegenwart. Es ist eine sehr aufwendige Produktion.

18:33 Uhr: Das russische Symbol „Die Troika“ ist eingeblendet. Unter den drei Pferden schmilzt das Eis, weil sie die Sonne hinter sich herziehen.

Danach tanzen Akteure Impressionen aus einer winterlichen russischen Stadt – kleine bunte Zwiebeltürme und Tänzer in klassischen Kostümen sind schön anzusehen.

18:41 Uhr: Auf den Boden werden Wellen projiziert – auf denen Schiffe aus der Zeit „Peter des Großen“ zu sehen ist.

18:44 Uhr: Riesige Parade mit Marschmusik folgt. Wieder an kommunistische Aufmärsche erinnernd.

Die historische Reise durch Russland nimmt mit der Darstellung der höfischen Tänze der Adligen in St. Petersburg ihren Lauf, eine interpretation eines Teils der Handlung aus Tolstois „Krieg und Frieden“ wird in Ballettform vom berühmten Bolschoi-Ballett dargeboten. Die Hauptrolle hat Natascha Rastova.

Die anschließenden Beleuchtungseffekte sind nichts für schwache Augen.

Es folgt ein historischer Schnitt – das Zeitalter von erstem Weltkrieg, Oktoberrevolution und dem Ende der Zarenzeit beginnt – mit großen Flächen an Rot und Requisiten, an denen die technische Entwicklung zu sehen ist.

18:55 Uhr: Das Stadion ist in rot getaucht – die moderne Zeit folgt, angetrieben von einer Dampflok.

18:57 Uhr: Riesige Zahnräder rollen durchs Stadion – die Lok stößt Dampf aus

19:01 Uhr: Klopf und Dampfgeräusche. Werktätige errichten stalinistische Bauwerke.

Schließlich endet die historische Retrospektive. Nach einer Einspielung der Fackelreise folgt nun der offizielle Teil.

19:14 Uhr: Dimtry Chernyshenko, Organisationschef, spricht einleitenden Worte und dankt allen Helfern.

19:18 Uhr: Dr. Thomas Bach, IOC-Präsident, lobt die bewundernswerte Schnelligkeit, mit der die Russen die Olympischen Spiele vorbereiten konnten. Er bedankt sich bei allen freiwilligen Helfern. Dr. Bach spricht von der diskriminierungsfreien Natur der Olympischen Spiele und erhält dafür nur mäßigen Beifall. Auch seine Aufforderung, politische Konflikte stets friedlich zu lösen, trifft auf wenig Begeisterung.

19:26 Uhr: Wadimir Putin erklärt die XXII. Olympischen Winterspiele auf Russisch für eröffnet.

19:29 Uhr: Als Symbol für das Freilassen der Friedenstaube wird eine Interpretation des Balletts „Schwanensee“ gezeigt.

19:32 Uhr: Die Olympische Flagge wird hereingetragen.

19:36 Uhr: Die Olympische Hymne,auf russisch von der Opernsängerin Anna Netrebko gesungen. Begleitet von einem russischen Männerchor. Eigentlich wird die Hymne auf griechisch vorgetragen.

19:39 Uhr: Es folgt der Olympische Eid, gesprochen von Ruslan Sacharow. Auch der Eid für die Schiedsrichter wird gesprochen. Anastasia Popkowa spricht den Eid für die Trainer und Betreuer.

19:43 Uhr: Schlussphase wird eingeläutet. 220 Rollschuhfahrer mit Leuchtdioden am Körper sind eingelaufen um das Thema der Olympischen Götter künstlerisch darzustellen. Die dabei an der Decke zu sehenden Figuren werden nicht projiziert, sondern sind als Lichter an Gerüsten befestigt. Der Soundtrack von „Thron“ bietet hierzu die musikalische Kulisse.

Diese Show war definitiv nichts für neurologisch sensible Menschen.

19:49 Uhr. Die Weitergabe der Fackel: Maria Scharapowa (erste russische Wimbledon-Siegerin ) trägt als Erste die Flamme ins Stadion. Jelena Issinbajewa trägt die Flamme weiter an Ringer Karelin und dieser wiederum an Alina Kabajewa, übergeben an Irina Rodnina (Eiskunstlauf) und Wladislaw Tretjak laufen mit der Flamme weiter und beide entzünden 19:54 Uhr die Olympische Flamme.

19:54 Uhr – die Spiele sind eröffnet, die Flamme brennt – unsere Berichterstattung endet hier

Fazit: Olympische Hymne auf russisch, die Welt und die internationalen Sportler folgten dem kyrillischen Alphabet, die Mannschaft auf Rekordhöhe nachnominiert – da verwundert es doch, dass Präsident Putin nicht persönlich die Flamme entzündete.

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