Start Panorama Zweiter Prozesstag gegen „Hells Angel“ in Karlsruhe

Zweiter Prozesstag gegen „Hells Angel“ in Karlsruhe

856
0
TEILEN
Hells Angels Mitglieder
Trier: Drogenprozess gegen drei Mitglieder der Hells Angels (Abb. symbolisch)

Vor der Schwurgerichtskammer des Karlsruher Landgerichts gegen ein 36 Jahre altes Mitglied der mittlerweile verbotenen Ortsgruppe „Hells Angels Pforzheim“ begann am Mittwoch der zweite Prozesstag. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Gefährliche Körperverletzung, versuchter Todschlag, illegaler Waffenbesitz und Landfriedensbruch.

Der Angeklagte, ehemaliger Vizechef der „Hells Angels“ soll laut Anklage im November vergangenen Jahres auf ein Mitglied der Türstehervereinigung „United Tribuns“ geschossen haben (spreadnews berichtete). Vorausgegangen war eine handfeste Schlägerei zwischen den verfeindeten Gruppen auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in der Nordstadt Pforzheim. Beide Seiten hatten Schwerverletzte zu beklagen.

Momentan ist nicht klar, ob der Angeklagte am Tatort war. Sollte der Mann doch bei der Auseinandersetzung dabei gewesen sein und geschossen haben, stellt sich die Frage, ob eine Tötungsabsicht vorlag.

Zeugen der Auseinandersetzung schweigen und machen von ihrem Recht auf Zeugnisverweigerung gebrauch, weil noch Ermittlungen gegen sie laufen. Nur ein Mitglied der „United Tribuns“ hielt an seiner Aussage die er schon vor der Polizei gemacht hatte fest und bestätigte vor Gericht, dass er den maskierten „Hells Angel“ erkannt habe und dieser in voller Absicht gefeuert habe.

Nach den bisher bekannten Informationen ergibt sich folgendes Bild:

Aus bisher unbekannten Gründen rief der Chef der „United Tribuns“ am frühen Morgen des 27. November 2010 zwei Mitglieder der „Hells Angels“ per Handy an und beschimpfte sie im Laufe des Gesprächs in beleidigender Weise. Dieses Telefonat fand eine halbe Stunde vor dem Aufeinandertreffen zwischen den miteinander verfeindeten Gruppen statt.

Die Party der „Hells Angels“ in ihrem Vereinshaus nahm daraufhin offenbar ein sofortiges Ende, denn rund 20 Mitglieder machten sich auf, um „die Sache“ aus der Welt zu schaffen. Auf dem Parkplatz in der Nordstadt trafen sie auf die United Tribuns.

Die bisherige Version der Türstehervereinigung „United Tribuns“ über die Geschehnisse dieses Abends, ist zu dem oben geschildertem Szenario nicht in Übereinstimmung zu bringen.

In dieser wird kein vorausgehender Konflikt durch ein Telefonat erwähnt, vielmehr sei man beim traditionellen gemütlichen Ausklingen der Nacht überraschend auf die „Hells Angels“ gestoßen, woraufhin es zu der unvorhergesehenen Auseinandersetzung gekommen sei.

Auch an diesem Prozesstag waren wieder Unterstützer und Mitglieder der „Hells Angels“ im Gerichtssaal anwesend.

Der Prozess wird am 14. Juli fortgesetzt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here